Ende für rostiges System in Poysdorf. Doppelte Buchführung ersetzt die Kameralistik, zudem wurde Gemeindevermögen bewertet.

Von Werner Kraus. Erstellt am 05. Dezember 2019 (04:48)
Die Finanzabteilung der Stadtgemeinde Poysdorf mit KassenverwalterManfred Leisser wurde durch Sandra Zeiler verstärkt: Wolfgang Souczek, Hans Peter Vodicka, Sandra Zeiler, Thomas Grießl, Josef Fürst, ManfredLeisser, David Jilli und Sabine Lenk.
Werner Kraus

Mit der Finanzausschusssitzung vergangene Woche wurde ein erstes Kapitel rund um die Umstellung der Buchhaltung in der Stadtgemeinde Poysdorf abgeschlossen. In der Gemeinderatssitzung im Dezember wird der neue Voranschlag den Gemeinderäten zur Beschlussfassung vorgelegt.

Der Hintergrund: Das seit weit über 100 Jahre im öffentlichen Bereich geltende System der Kameralistik muss laut Bundesgesetz auf eine Art doppelte Buchhaltung mit Bewertung der Vermögenswerte umgestellt werden. „Kassenverwalter Manfred Leisser und sein Mitarbeiterstab haben im letzten Jahr neben dem laufenden Betrieb wertvolle Aufbauarbeit geleistet“, erklärt Bürgermeister Thomas Grießl. Das Team wurde nach dem Abgang von Michael Edlinger zum Roten Kreuz durch Sandra Zeiler verstärkt.

Die Poysbrunnerin war in der Bank Austria tätig und Professorin an der HAK in Laa und bringt somit auch Wissen aus der praktischen und theoretischen Welt des Finanzwesens in die Arbeit ein.

Gesamte Infrastruktur wurde bewertet

Für die neuen Berechnungen war es notwendig, alle im Besitz der Stadtgemeinde Poysdorf stehenden Vermögenswerte zu erfassen. Das betraf Gebäude, Straßen, Kanäle, Wasserleitungen, aber auch Kulturdenkmäler. Eine enorme Bandbreite an Objekten. Mit dem Voranschlag 2020 findet die Abschreibung dieser Vermögenswerte Berücksichtigung. Das Team der Finanzverwaltung wurde bei den Bewertungen von den verschiedensten Abteilungen des Rathauses unterstützt.

Neu ist auch, dass es nicht wie bisher einen Voranschlag für den ordentlichen und den außerordentlichen Haushalt gibt: In Zukunft gibt es jetzt den Ergebnisvoranschlag, der mit der bisherigen Ein- und Ausgabenrechnung vergleichbar ist und den Finanzierungsvoranschlag, eine Art Cashflow-Rechnung.