Erasim fordert billigere Mieten und Ärzte für das Land. Melanie Erasim (SPÖ) spricht sich für Mietpreisobergrenzen und Förderungen für das Medizinstudium aus, um Ärzte auf das Land zu locken.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 09. September 2019 (08:59)
Szeker
Melanie Erasim und Johann Keminger präsentieren vor dem Café Harlekin ihre Plakate. 

Ende des Monats wird gewählt, dementsprechend voll sind die Terminkalender der Parteienvertreter in den Bezirken und Gemeinden. Letzten Mittwoch stand eine Pressekonferenz der SPÖ im Café Harlekin an. Im Wettbewerb um die Wählerstimmen setzte Melanie Erasim dort auf die Themen Wohnen und Gesundheit.

Für Erasim ist klar, dass die Entwicklung beim Wohnen im Bezirk eine „sehr positive“ ist. Vor allem die Autobahn habe eine wichtige Rolle hierbei gespielt, Erasim spricht von einer „Lebensader“. Allerdings spiegle sich die verbesserte Verkehrsanbindung auch in den Grundstückspreisen wieder. In der Umgebung Wolkersdorfs liegen diese etwa bei rund 200 Euro (2018).

"Gesundheit darf kein Wettbewerb sein"

Entwicklungen wie diese bereiten der SPÖ Sorge, denn „Wohnen ist ein Menschenrecht“, sagt Erasim. Die Nationalratsabgeordnete bringt daher drei Forderungen der SPÖ ins Spiel: „Weg mit der Mehrwertsteuer auf Mieten“, ist die erste. Weiters setzt sie sich für Förderungen ein und möchte Mietpreisobergrenzen. „Man muss sehr genau darauf schauen, dass man den Deckel drauf setzt“, sagt Erasim hierzu.

Im Bereich Gesundheit ist die Nachbesetzung von Hausarztpraxen das Thema, denn in vielen ländlichen Gemeinden besteht ein Ärztemangel. Die SPÖ-Politikerin versteht sich in diesem Zusammenhang als „Anwältin der Patienten“: „Ich bin dafür, dass jeder in seiner Gemeinde die Möglichkeit hat, seine Medikamente zu bekommen“, führt sie aus.

Sie ortet aber eine problematische Entwicklung: Bei den Arztpraxen fände eine Art Versteigerung statt, wobei die Gemeinden wetteifern müssen, den Ärzten die besten Voraussetzungen zu bieten. Dafür werden von den Kommunen zum Beispiel Teile der Betriebskosten für die Ordination übernommen. „Gesundheit darf kein Wettbewerb sein“, fordert Erasim allerdings. Um mehrere Ärzte in die ländlichen Gebiete zu locken, kann sie sich Förderungen beim Medizinstudium vorstellen. Im Gegenzug für eine Zusicherung am Land eine Praxis zu betreiben.