Nordbahn: Eine Frage des Überlebens. Für die Pendler-Initiative hat die Aufwertung der Bahnstrecke höchste Priorität.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 29. März 2020 (11:33)
Christoph Kasparovsky (Verkehrsplaner), Christian Kimmich (Bernhardsthal), Paul Liebhart (VOR), Christina Bachmaier (VOR), Elvira Führer (Bernhardsthal), Karl Klug (Hausbrunn) und Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Grüne). Das Foto wurde noch vor den Corona-Maßnahmen gemacht.
Pendlerforum-Nordbahn

Bereits zum zweiten Mal besuchten Vertreter der Pendler- Initiative Nordbahn die VOR-Verkehrsplaner in Wien, um den Anliegen der Bevölkerung der Nordbahngemeinden Nachdruck zu verleihen.

Eindringlich wurde die Pro blematik der nicht vorhandenen Freizeit aufgrund der langen Fahrzeiten der Pendler erläutert, ebenso wie die daraus resultierende Abwanderung der Bevölkerung. Initiatorin Elvira Führer stellt klar: „Wir haben betont, dass eine gute und schnelle Verkehrsanbindung für unsere Region eine Überlebensfrage für die Zukunft ist.“

„Auch den klimapolitischen Aspekt haben wir hervorgehoben“, bemerkt Forumsmitglied Christian Kimmich aus Bernhardsthal. Er forscht selbst an der Universität Brünn an Lösungsansätzen zur nachhaltigen Energienutzung. „Gerade die Pendler mit den größten täglichen Distanzen sollten von der Autobahn auf die Schiene gelenkt werden, was den größten Nutzen für unsere Klimabilanz hätte“, so Kimmich. Deshalb habe man dem VOR-Team auch eine eine Unterschriftenliste von 22 slowakischen Bürgermeistern für eine schnellere Bahnverbindung von Hohenau nach Wien überreicht.

Bewusstsein soll bei Verantwortlichen gebildet werden

Die Pendler-Vertreter hoben beim Treffen erneut hervor, dass das bisherige „Bummelzugkonzept“, bei dem alle Züge in allen Haltestellen stehenbleiben, dazu nicht geeignet sei. Die auch vom Landtagsabgeordneten Georg Ecker (Grüne) unterstützte Anregung der Pendler-Vertreter, zusätzlich schnelle Regionalzüge einzufügen, ist laut VOR-Planern aufgrund der vielen Zugfahrten auf der Strecke momentan nicht realisierbar.

Es scheint, dass der angekündigte Geschwindigkeitsausbau dieses Problem nicht löst, sondern dass es auch zusätzlicher Gleise auf der Strecke bedarf. Karl Klug vom Forum Pendler-Initiative-Nordbahn sieht jedenfalls noch viel Bedarf bei den Verantwortlichen, ein Bewusstsein für das Problem zu bilden.