Wilfersdorf: Die Geheimnisse des Hl. Berges. Museumsleiter Hans Huysza, Obmann des Kultur und Tourismusvereins „Liechtensteinschloss Wilfersdorf“ forscht derzeit in Archiven, um neue Erkenntnisse über den „Heiligen Berg" herauszufinden.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 08. April 2020 (10:41)

Im Zentrum steht dabei eine Marienfigur aus der Rosalienkapelle. Seit der Übernahme in das Heimatmuseum lautet die Bezeichnung der Statue: „Die sieben Schmerzen Mariens“. Die Marienfigur war bis etwa 1985 in der Rosalienkapelle am Heiligen Berg. Da die Kapelle in einem sehr schlechten Zustand ist und früher nicht versperrt war, wurde Maria, um sie zu „retten“ ins Heimatmuseum übernommen. 

Huysza: „Nach eigenen Recherchen und Erkundigungen könnte es sich im gegenständlichen Fall um eine vereinfachte Form einer „Fasten- oder Passionskrippe“, die sehr selten ist, handeln. Sicher ist der Zusammenhang mit dem „Heiligen Berg“ und dem Wilfersdorfer Kreuzweg. Jedenfalls gibt es zum Heiligen Berg und auch der Rosalienkapelle viele Geheimnisse und nicht beantwortete Fragen die noch zu erforschen sind und die auf Antwort warten. 

Im Rahmen des NÖ-Museumsfrühlings gibt es die Gelegenheit, ausgewählte Objekte Fachleuten zu präsentieren, auch um Näheres über sie zu erfahren und um etwaige Vermutungen bestätigen zu lassen. Die Coronakrise hat heuer leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, da auch der Museumsfrühling abgesagt werden musste, ebenso wie der traditionelle Wilfersdorfer-Kreuzweg am Palmsonntag. Trotzdem bleiben die Forschungsarbeit aufrecht und bisher auch die Geheimnisse ungelöst.

Um den Heiligen Berg gibt es viele Geheimnisse, Geschichten und Erzählungen

Schulrat Anna Maria Zisch, geboren 1918, schrieb 1933 als Annemarie Muschik in einem Aufsatz: „Mystisches Wilfersdorf":

"Im nördlichen Teil erhebt sich der Tumulus. Von diesem wird viel erzählt. In der Schule erzählte uns der Lehrer, die Kapelle, die auf ihm erbaut ist, stamme noch aus der Heidenzeit. Hebt man nämlich den Altarstein auf, so sieht man, dass hier unterirdische Gänge führen. Andere sagen wieder, diese Gänge stammen aus der Zeit der  Schwedenkriege. Eine archäologische Untersuchung im Rahmen der längst notwendigen Restaurierung der Rosalienkapelle würde dieses Rätsel lösen."