AHS-Planung ist komplex. Die Planung für die Zukunft der AHS Wolkersdorf hängt von vielen Parametern ab.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:27)
Am Gymnasium Wolkersdorf können in den nächsten Jahren Überlegungen über eine Erweiterung angestellt werden.
Szeker

Dem Gymnasium Wolkersdorf wird im Schulentwicklungsprogramm 2020 das Kürzel „E“ für Erweiterung zugeschrieben. Soll heißen: Innerhalb der nächsten zehn Jahre können in der und für die Schule Überlegungen und Planungen zu einer Erweiterung der Bildungseinrichtung angestellt werden. Wichtiger Indikator dafür ist die demografische Entwicklung.

AHS-Direktor Schwaigerlehner verdeutlicht die Komplexität in der Schulplanung.
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Das hört sich allerdings einfacher an, als es für die Involvierten tatsächlich ist. Grund dafür sind bürokratische und organisatorische Aufwände, aber auch die Komplexität der einflussnehmenden Vorgänge. AHS-Direktor Gerhard Schwaigerlehner, Mathematiklehrer und Historiker, verdeutlicht das am Telefon: So stelle sich etwa die Frage, wie kontinuierlich das Bevölkerungswachstum in Wolkersdorf selbst sein wird. Sprunghafte Anstiege können keine vernünftige Basis für Planungsarbeiten sein. Zudem sei die Situation im gesamten Bezirk zu berücksichtigen.

Zusätzlich komplexer wird die Problemstellung durch die Wechselwirkung mit den anderen Schultypen: Jeder Schüler, der sich für das Gymnasium statt für die Mittelschule entscheidet, verringert schließlich den prozentuellen Anteil der Schüler an den Mittelschulen. Die Verschiebung der Schülerströme sei besonders zu beachten, damit im System Bildung der Ausbau eines Schultyps nicht einem anderen schadet. „Sonst wird Steuergeld zum Fenster hinausgeschmissen“, stellt Schwaigerlehner fest.

Die nahe Zukunft wird für die Schulen zudem noch viele weitere Herausforderungen mit sich bringen. An der AHS Wolkersdorf hat man daher im Vorjahr das neue Leitbild der Schule, mit Fokus auf Kommunikation und Medien einerseits und Ökologie und Nachhaltigkeit andererseits, präsentiert. Mit der Coronakrise wurde das Bildungssystem nun kollektiv dazu gezwungen, sich mit bevorstehenden Veränderungen wie der Digitalisierung eindringlicher zu befassen.

Schwaigerlehner sieht in den kommenden Herausforderungen jedenfalls auch Chancen, andere Organisationsformen neben dem traditionellen Schulsystem einzuführen. Das Beschreiten neuer Wege und der Fortschritt sind sich jedenfalls nicht fremd, zumal Vergleichswerte geschaffen werden.