Ausstellungen zeigen enorme Vielfalt

Erstellt am 17. Mai 2022 | 11:22
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Mehyar Sawas und Fadi Alhakim stellen im Schloss Wolkersdorf ihre Werke aus.

„Wir wollten eine Ausstellung machen mit Künstlern, die ihre Kunst nach Österreich gebracht haben“, erzählt forumschlosswolkersdorf-Chefin Susanne Ruttenstorfer-Schwelle: Entsprechend sei die Ausstellung mit den beiden syrischen Künstlern Mehyar Sawas und Fadi Alhakim schon länger geplant, kam aber coronabedingt nicht zustande. Am 14. Mai wurde die Schau „Frei von der Vergangenheit“ endlich im Schloss Wolkersdorf eröffnet.

„Obwohl beide in Damaskus studiert haben, haben sie sich erst im Österreich kennengelernt“, weiß Ruttenstorfer-Schwelle: „Sie haben mich gebeten, dass ich nicht über Krieg und Gewalt spreche, sondern über Harmonie und Freude. Es ist wichtig, dass man sich damit auseinandersetzt, aber wenn man sie erlebt hat, will man positiv in die Zukunft gehen.“

Mehyar Sawas steuert zur Schau seine ausdrucksstarken Skulpturen bei: Holzskulpturen, ausdrucksstarke Drahtkörper, die Verzweiflung, Hoffnung und Rettung ausdrücken. „Ich liebe das Experimentieren“, lächelt Sawas. Kunst, die man durchaus auch angreifen kann.

„Meine Bilder sind eine Mischung aus schwieriger Vergangenheit und hoffnungsvoller Zukunft“, sagt Fadi Alhakim, seine Ausdrucksform vielfältig: Tuschezeichnungen, Kreidezeichnungen, bei denen mit wenigen Strichen Meisterwerke der Kunstszene zitiert werden, abstrakte Acrylbilder und großflächige figurale Werke hängen nebeneinander.

Gleichzeitig eröffnet wurde die FotoFluss-Ausstellung „Bengalische Feuer“. Sie zeit Werke von Matthias Klos (Rohrschach-Scherenschnitte), Catherine Ludwig (Ultraszenen im Fußball von den abstrahierten Clubfahnen, über Zeichnungen von historischen Bildern von Ultraaktionen zu Interviews von Ultras), Cornelia Mittendorfer (Orte des Wissens in Rom und vom Meer angeschwemmte Hölzer als Installation), Ksenia Yukova (Bilder von Gewaltopfern auf Glasplatten als Tanz der Gewalt im Raum installiert) und Fahnenprojekt von Doris Ingrisch, Andrea Sodomka und Florian Tanzer.

Warum der Titel „Bengalische Feuer“? „Weil es ein Symbol für Begeisterung, aber auch den Nebel ist, der uns und unser Wissen manchmal einnebelt“, sagt Kuratorin Catherine Ludwig.

Beide Ausstellungen sind bis So, 19.6. an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Schloss Wolkersdorf zu sehen.