Beamter infiziert: Virus dezimiert Inspektion. Nur vier Beamte der Wolkersdorfer Polizei-Stammbesatzung sind nicht in Quarantäne. Die Inspektion Hohenau musste am Montag vorübergehend gesperrt werden.

Von Michael Pfabigan, Thomas Schindler und Christoph Reiterer. Erstellt am 24. März 2020 (10:31)
Für die Polizei-Inspektion Wolkersdorf musste nach einer positiven Coronavirus-Testung Verstärkung angefordert werden.
Pfabigan

Nur noch vier Polizisten der Stammbesatzung der Polizei-Inspektion Wolkersdorf sind im Dienst, der Rest der Mannschaft musste nach positiver Testung eines Beamten auf COVID-19 in Quarantäne.

„Die Sicherheit in der Region ist trotzdem gegeben“, heißt es seitens der Polizei. Kräfte seien aus anderen Dienststellen in Wolkersdorf zusammengezogen worden, damit es gerade in der Stadt in Wien-Nähe nicht zu einem Sicherheitsleck kommt. Der positiv getestete Polizist hatte sich bei einem Bekannten angesteckt, der in einem der einschlägig bekannten Skigebiete Urlaub gemacht hatte.

Insgesamt wurden im Bezirk Mistelbach fünf Polizisten positiv auf COVID-19 getestet. Von welcher Inspektion sie sind, will man beim Landeskommando nicht bekannt geben. Nur so viel: „Fünf Beamte kommt uns heute viel vor, aber in ein paar Wochen werden wir es mit noch höheren Infektionszahlen zu tun haben.“ Polizisten stünden an vorderster Front und seien deshalb besonders infektionsgefährdet. Die betroffenen Polizei-Inspektionen werden vorbeugend desinfiziert.

Polizei-Inspektion Hohenau am Montag vorübergehend gesperrt

Im Nachbarbezirk Gänserndorf musste indes die Polizei Inspektion Hohenau am Montag vorübergehend gesperrt werden. Die Dienststelle wurde vorsichtshalber desinfiziert, weil es Coronavirus-Verdachtsfälle gab, hieß es vonseiten der Bezirkshauptmannschaft.

Wie sieht es eigentlich mit den Strafen wegen Verstößen gegen Coronavirus-Bestimmungen aus? Es gebe keine größeren Probleme, aber noch immer einige „Unbelehrbare“, hieß es vergangene Woche auf Anfrage bei der Landespolizeidirektion.

Zu den Angezeigten zählten der Behörde zufolge Gruppen, die sich nicht aufgelöst hatten. Im Bezirk Hollabrunn zum Beispiel hatte laut Polizei ein Gasthaus illegal geöffnet. Der Wirt und zwei Gäste wurden angezeigt. Anzeigen im Weinviertel habe es auch gegen mutmaßliche Bettler gegeben, die sich vor Geschäften zusammengerottet hatten.

Insgesamt hat es im Bezirk Hollabrunn bis Montag laut Polizei allerdings nur zwei Anzeigen gegeben. „Die Leute halten sich schon an die Abstände und oft reicht nur ein Blick zur Erinnerung und sie gehen auseinander“, meint ein Beamter. „Jetzt passt der Bürger schon auf den Bürger auf …“

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