Start-Up öKlo im Streit um's große Geschäft mit Pipibox. Marktführer Pipibox klagt das Wolkersdorfer Bio-Häusl-Start-up öKlo.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 24. Juli 2019 (06:10)
öKlo
Der Marktführer klagt das Bioklo-Start-up öKlo wegen angeblich falscher Aussagen. Der Rechtsstreit geht jetzt in die zweite Instanz, die Anwaltskosten schmerzen das Wolkersdorfer Unternehmen sehr.

Jetzt muss das Oberlandesgericht entscheiden: Denn erstinstanzlich war das Bio-Klo-Start-up öKlo aus Wolkersdorf freigesprochen worden: „Anscheinend will unser Gegenüber den Weg der Konfrontation gehen“, sagt Gründer und Geschäftsführer Niko Bogianzidis auf NÖN-Anfrage: Wir sind ja eh schon mundtot und haben unsere Werbung völlig geändert.“

öKlo hatte immer damit geworben, dass bei seinem Modell der mobilen Toiletten alles natürlich, ohne Chemie, ablaufe, dass keine Tankwägen zum Absaugen der Fäkalien benötigt werden und dass man mit vier öKlos zwölf herkömmliche Mobiltoiletten ersetzen könnte.

Zuerst war ein Brief des Mobiltoilettenverbandes beim Wolkersdorfer Start-up eingetrudelt, wo man die junge Partie dazu aufforderte, in der Kommunikation auf gewisse Aussagen zu verzichten, was das Team um Bogianzidis auch machte. Worauf der Verband die Klagsandrohung zurückzog. Marktführer Pipibox aus dem Waldviertler Irnfritz reichte das aber nicht, er klagte und verlor.

Jetzt geht Pipibox in die Berufung, das Verfahren wird vor dem Oberlandesgericht fortgesetzt. Bisher angelaufene Anwaltskosten: 60.000 Euro.

 "Alles fließt in die Taschen der Anwälte"

 Ein großer Brocken für ein kleines Unternehmen, das derzeit 160 Toiletten mit 14 Mitarbeitern betreut. „Er will uns halt echt wehtun, und das schafft er auch. Wir haben null Geld für Werbung, es fließt alles in die Taschen der Anwälte. Und die sind nicht billig“, erzählt Bogianzidis. Ursächlich gefährdet sei das Unternehmen aber nicht, das nicht nur u.a. beim Mega-Spektakel Nova Rock vertreten war, sondern auch beim heurigen Zwiebelfest für das ökologische Umfeld für große und kleine Geschäfte sorgen wird.

Mit welchen Erwartungen gehen die öKlo-Pioniere in die gerichtliche Auseinandersetzung? „Die Anwälte sagen, dass wir vorsichtig optimistisch sein können“, sagt Bogianzidis. Aber, auch davor habe der Anwalt gewarnt: Überraschungen könne es immer geben.