Schweinbarther-Kreuz: Busse fahren ab September. VOR stellt zwei neue Linien als Ersatz für den Schienenverkehr der ÖBB in Aussicht.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 16. Juni 2019 (04:30)
Josef Ballowein
So werden die Busse aussehen, die ab September die ÖBB-Kundenübernehmen. 2021 sollen dann neue E-Busse auf der Strecke fahren.

Beschlossen ist, dass mit Dezember des Jahres der Personenverkehr auf der Zuglinie Schweinbarther-Kreuz eingestellt wird und stattdessen Busse fahren werden. Um Unklarheiten auszuräumen, luden Georg Huemer (Pressesprecher) und Michael Reinbacher (Leitung Verkehrsangebot Bus) vom VOR daher zum Hintergrundgespräch. Denn schon ab September werden planmäßig zwei Buslinien den Betrieb starten, täglich sollen dann insgesamt 70 Busse fahren.

Sie werden den ganzen Tag über stündlich und halbstündlich fahren. Reinbacher ist überzeugt, dass mit den Fahrzeugen dreimal so viele Fahrgäste im Einzugsgebiet der Haltestellen erreicht werden können, wie mit der Bahn – nämlich 12.000. All jene, die bereits jetzt mit dem Auto zu den Parkplätzen der Stammstrecken (zum Beispiel S2) fahren, werde man ohnehin nicht zum Umsteigen bewegen können.

Auch der bisherige Zugverkehr wurde von den VOR-Vertretern besprochen: Die höheren Fahrgastzahlen auf dem Schweinbarther Kreuz vor zehn Jahren seien laut Huemer nicht nachweisbar. Zudem würden Erneuerungen der Bahn-Infrastruktur beträchtliche Geldmengen verschlingen.

„Das Fahrplanangebot ist nicht der Tod des Schweinbarther Kreuzes gewesen“Georg Huemer (Pressesprecher)

„Das Fahrplanangebot ist nicht der Tod des Schweinbarther Kreuzes gewesen“, schlussfolgert Huemer. Er sieht das Problem etwa in dem Umstand, dass heutzutage „jeder ein Auto hat“. Gegen die Bahn spreche zudem, dass die Bestellung eines Zuges drei Mal so teuer sei, wie jene eines Busses.

Der Verkehr in der Region soll aber nicht nur von der Schiene auf die Straße wandern, auch an einem Vorzeigeprojekt wird gearbeitet: „Das geplante E-Bus-System ist das erste in ganz Österreich“, sagt Huemer. Ab 2021 sollen nur noch E-Busse auf den Linien fahren. Zudem soll im Jahr 2020 ein erweitertes Busangebot in der Region Weinviertel Ost die Verbindung über Kollnbrunn bis nach Mistelbach sicherstellen.