Veranstaltungssaal-Beschluss wird gekippt. Neo-Bürgermeister lässt Standortentscheid aufheben.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 23. Mai 2019 (04:00)
Visualisierung: Franz und Sue ZT GmbH
Zukunft offen. So hätte das Siegerprojekt aus dem Architektenwettbewerb zum Veranstaltungssaal Wolkersdorf ausgesehen. Ob es jemals umgesetzt wird, ist fraglich.

Das Thema Veranstaltungssaal war in den Gemeinderatssitzungen des letzten Jahres nicht wegzudenken. „Soll sich der Saal im Zentrum befinden? Wird der Standort Pfarrzentrum in der Machbarkeitsstudie mit berücksichtigt? Ist der Zeitrahmen (Baubeginn 2019) zu straff?“, waren einige der großen Streitfragen. Jetzt soll das Projekt aber gekippt werden, sagt der neue Bürgermeister Dominic Litzka (Team Wolkersdorf).

Der Saal war auch jenes Thema, das aus einem brodelnden Konflikt schließlich einen offenen werden ließ und schlussendlich zu den Neuwahlen führte. So äußerte sich Landtagsabgeordneter Kurt Hackl im Juni des Vorjahres erstmals, seitdem er Wirtschaftskammer-Obmann im Bezirk ist, wieder medial zur Gemeindepolitik und kritisierte den Beschluss, das Pfarrzentrum in besagter Machbarkeitsstudie ohne Umfeld zu analysieren. „Parkplätze im Zentrum wären für die Wirtschaft wichtig“, begründete Hackl damals gegenüber der Mistelbacher NÖN.

Bürgerbefragung sollte Klarheit schaffen

Schlussendlich sollte eine verbindliche Bürgerbefragung Klarheit schaffen. Allerdings: Ex-Bürgermeisterin Anna Steindl mit ÖVP (ohne Dominic Litzka, Roland Gube und Johannes Rinnhofer) und SPÖ ließen nur über die Standorte Withalmstraße und Kirchenwiese abstimmen. Der Rest der Gemeinderäte (MIT:uns, WUI, FPÖ und die drei ÖVP-Mandatare) wollte allerdings, dass die Wolkersdorfer aus sechs potenziellen Standorten inklusive Pfarrzentrum wählen können.

Daher riefen sie unter Federführung Hackls mit der Plattform „Weiß heißt Nein“ dazu auf, bei der Befragung ungültig zu wählen. Mit Erfolg: Nur wenige Stimmen fehlten und über 50 Prozent wären ungültig gewesen. Für das „Weiß heißt Nein“-Bündnis war damit klar, dass der Prozess überdacht werden muss.

Für Bürgermeisterin Steindl lagen hingegen ein verbindliches Ergebnis und ein klares Signal vor: In der Withalmstraße wird gebaut, so ihre Devise.

In der nächsten Sitzung des Gemeinderates sollte die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbes beschlossen werden. Da nicht genügend Gemeinderäte anwesend waren, verschob sich dieser Beschluss. Dann der Knalleffekt: Alle Mandatare der Bürgerliste MIT:uns, der WUI und der FPÖ traten zurück und erzwangen somit die Neuwahlen. Da Steindl sich der Forderung nach einer ÖVP unter neuer, junger Führung zudem nicht beugte, trat die Volkspartei unter Hackl mit der zweiten Liste „Team Wolkersdorf – Die Volkspartei“ an.

Architektenwettbewerb abgeschlossen

Mittlerweile ist der Architektenwettbewerb zum Veranstaltungssaal abgeschlossen. Dominic Litzka (Team Wolkersdorf) hat als neuer Bürgermeister der NÖN aber bereits angekündigt, jene Beschlüsse aufzuheben, welche den Saal am Standort Withalmstraße fixieren. Den abgeschlossenen Architektenwettbewerb werde man als Ressource für weitere Planungen an anderen Standorten nutzen.

Die Regenbogenkoalition (Team Wolkersdorf, MIT:uns, WUI und SPÖ) möchte mit der Pfarre wieder Gespräche aufnehmen und den Veranstaltungssaal als ergebnisoffenen Prozess neu aufsetzen.