Rekord: Ladendorfer schwamm 108 Kilometer im Ganges. Der Ladendorfer Reinhard Kopp will mit Aktion auf Verschmutzung der Flüsse hinweisen.

Von Claudia Mimlich. Erstellt am 05. Juni 2019 (05:01)
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Geschafft: Mit seiner Aktion will Kopp auf die Verschmutzung der Flüsse weltweit aufmerksam machen.

Der Langstrecken-Flussschwimmer Reinhard „Rio“ Kopp aus Ladendorf stellte vom 14. bis 20. Mai einen außergewöhnlichen Rekord auf: Als erster Mensch legte er 108 Kilometer schwimmend im nordindischen Ganges zurück.

Das klingt gefährlich und das ist es auch. Es war nicht Rios erste Aktion, mit der er gegen die Verschmutzung der Flüsse dieser Erde ein deutliches Zeichen setzen möchte. Ob Amazonas, Thaya oder Donaukanal, Rio kann keinem Fluss widerstehen. „Es ist fantastisch im Sog des Flusses durch die Welt zu reisen und ein Teil des Wassers zu sein“ schwärmt Kopp.

„Es geht mir um alle Flüsse dieser Erde. Wir Menschen, alle gemeinsam, können die Vergiftung der Flüsse stoppen!“Reinhard „Rio“ Kopp, Langstreckenschwimmer

Gesponsert von indischen Unterstützern, in Österreich konnte sich kein Sponsor finden, startete er in Srinagar seine Mission, begleitet von einem vierköpfigen Expertenteam, das in den nächsten Tagen sein Leben im Falle von bedrohlichen Situationen sichern sollte und vorweggenommen, das auch tat, damit Rio sein Ziel Rishikesh wohlbehalten erreichen konnte.

Unbekannte Strudel sind eine dauernde Gefahr

„Die vom Flussbett ausgelösten Bewegungen der Wassermassen erzeugen unzählige Variationen an Strudeln und Sögen und sind eine Herausforderung an den Überlebensgeist des Flussschwimmers“, sagt der Extremsportler: Rio weiß allerdings gut mit dieser Naturkraft umzugehen. Er rollt sich zusammen, lässt sich in den Sog ziehen, der ihn an anderer Stelle wieder ausspuckt.

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In den Fluten des Ganges: Der Ladendorfer Langstrecken-Flussschwimmer Reinhard „Rio“ Kopp schwamm 108 Kilometer in Indiens wichtigstem Strom.

Der Ganges hat eine Wassertemperatur von etwa 14 Grad, deshalb schwamm Kopp im Neoprenanzug und aufgrund der Gefahren, zu seiner eigenen Sicherheit, mit Überlebensweste und Helm. Täglich verbrachte er etwa vier Stunden im Wasser. Auch wenn ihm während dem Schwimmen tausende Affen, Hirsche, unzählige Arten von Vögeln und natürlich die vielfältigen Wassertiere begegneten, musste er jede Sekunde wachsam sein.

„Das lehrt dich der Fluss, wenn dich plötzlich ein mächtiger Strudel hineinzieht“, erklärt Rio.

Leopard auf Überraschungsbesuch

Selbst an Land zeigte sich das Abenteuer nicht gerade ungefährlich: Das Team hatte am zweiten Abend ein Camp für die Nacht errichtet und einen Überraschungsbesuch bekommen. Ein ausgewachsener Leopard beobachtete sie aus zwanzig Meter Entfernung. In der nächsten Stunde war das Team damit beschäftigt, Lärm zu erzeugen, um den Leoparden und etwaige weitere ungebetene Gäste zu verscheuchen.

Kaum zurück in der Heimat Ladendorf, träumt Rio schon von weiteren großen Projekten. Als Nächstes würde er gerne den sauberen Teil des Birim River in Ghana in Angriff nehmen und in ein weiteres Abenteuer eintauchen. „Es geht mir um alle Flüsse dieser Erde. Wir Menschen, alle gemeinsam, können die Vergiftung der Flüsse stoppen“, ist Reinhard Kopp überzeugt.