Grüner Strom auf Lärmschutzwänden. Bei der Anschlussstelle Laxenburg auf der Wiener Außenring Schnellstraße (S1) im Gemeindegebiet von Vösendorf hat die ASFINAG ein 70 Meter langes „Photovoltaik-Testfeld“ mit sieben unterschiedlichen Systemen in Betrieb genommen.

Von Red. Mödling. Erstellt am 15. September 2021 (10:07)
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Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl vor der neuen "Photovoltaik"-Lärmschutzwand.
ASFINAG/feelimage

Die ASFINAG setzt seit Jahren auf erneuerbare Energie durch Photovoltaikanlagen, in erster Linie für den Eigenbedarf. Der nächste große Schritt in Sachen Klimaschutz ist die Nutzung der Lärmschutzwände als Solarkraftwerk der Zukunft. Zentraler Vorteil: die Energiegewinnung ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. 

Kooperationspartner im gegenständlichen Fall sind das Klimaschutzministerium (BMK) und die IÖB (Servicestelle für innovationsfördernde öffentliche Beschaffung). Das S1-Testfeld wird nach einem rund einjährigen Betrieb darüber Aufschluss geben, wie die der Strecke abgewandten Photovoltaik-Module den Anforderungen des Autobahnbetriebs gerecht werden, etwa im Hinblick auf Reinigung und Wartung.

Für Klimaschutzministeriun Leonore Gewessler, Grüne, braucht es für die Energiewende "kreative Einfälle und Ideen. Genau das sind Lärmschutzwände, die Sonnenstrom produzieren können und uns so ermöglichen, große Flächen doppelt und auf eine völlig neue Art zu nutzen. Ich hoffe, dass diese Innovation schon bald in ganz Österreich Einzug hält". ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl geht davon aus, dass "wir mit der Kombination von Lärmschutz und nachhaltiger Energieerzeugung echte Innovationen auf die Straße bringen. Dieses Testfeld ist eine österreichweite Premiere und ein wichtiges Zukunftsthema in unserer Nachhaltigkeitsstrategie".

Das gesamte Testfeld umfasst mehr als 100 Photovoltaik-Paneele. Mit diesem werden maximal rund 45.000 Kilowattstunden grüner Strom pro Jahr produziert. Das entspricht einer Versorgung von bis zu elf durchschnittlichen Haushalten. Der im Testfeld erzeugte Strom fließt jedoch zu 100 Prozent direkt in die Sicherheitsausrüstung der knapp 16 Kilometer langen südlichen S 1 (Vösendorf bis Schwechat).

Während des einjährigen Testbetriebes evaluiert die ASFINAG zusätzlich zur energie- und lärmtechnischen Eignung der Anlagen auch die Einflüsse durch den Autobahnbetrieb. Dabei geht es in erster Linie um Punkte wie Schneeräumung, Salzstreuung sowie Erschütterungen oder die Blendwirkung durch Lichtreflektionen. Nicht zuletzt sind auch Aspekte wie die Zugänglichkeit für die Reinigung, Grünschnitt und die regelmäßige Wartung wichtig. 

Die ASFINAG stellt für dieses Testfeld eine Investition von 250.000 Euro bereit.

www.asfinag.at