Ende Fastenzeit: "Fast ist nie ganz“. Einige Promis aus dem Bezirk Mödling zeigen sich enthaltsam, andere verweigern es, sich 40 Tage lang zu kasteien. Fastenzeit Fasten soll die Beziehung zu Gott erneuern. Positiver Nebeneffekt für Gesundheit.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. April 2019 (04:15)

Zu den Fasten-Fans zählt Bezirksjägermeister Johannes Unterhalser aus Biedermannsdorf: „In der Fastenzeit verzichte ich auf Alkohol und betreibe Intervallfasten. Ich denke, es ist der Sinn der Fastenzeit, dass man den Körper entschlackt, damit dieser sich wieder sammeln kann. Auch abseits der religiösen Gründe ist das sehr wichtig.“

Wilfried Marzi, Steuerberater aus Perchtoldsdorf verzichtet auf Alkohol: „Aber nicht aus religiösen Gründen. Ich mache es, um meinen Willen zu stärken und mir zu beweisen, dass ich auf etwas verzichten kann.“

Stefan Jauk, Geschäftsleiter der Raiffeisen Regionalbank Mödling, setzt heuer auf Ayurveda-Fasten und fährt bislang sehr gut mit der indischen Entschlackungs-Methode: „Ich habe schon sieben Kilo abgenommen.“ Kabarettist Wolfgang „Fifi“ Pissecker aus Perchtoldsdorf erkennt: „Je älter ich werde, umso mehr gewinnt das Fasten an Bedeutung. Aber nicht nur während der von der Kirche auferlegten Zeit, sondern während des ganzen Jahres. Das umfasst gesünderen Lebensstil mit weniger Alkohol, mehr Bewegung, mehr Zeit für mich und meine Liebsten. Und vor allem keinen Kontakt mit Menschen, die einem nicht guttun, intolerant sind.“

Prokopetz: „Ich habe für Verzicht nichts über“

Joesi Prokopetz, Liedermacher, Musiker, Autor, Darsteller und Kabarettist aus Brunn am Gebirge, hält sich ans Gegenteil: „Ich faste nie. Ich habe für Verzicht nichts über. Das Leben gibt ohnedies zu wenig her, darum hasse ich Mangel. Ich rege an, in diesen Zusammenhängen einmal den Begriff Fast-Food zu analysieren. Hedonismus ist der einzig nachvollziehbare Lebenssinn, Luxus das Existenzminimum. Und bedenke: Fast ist nie ganz.“

Bürgermeister Peter Klar, MFL, Laab im Walde, weiß als Mediziner: „Sich nur in der Fastenzeit gesünder zu ernähren und auf diverse Laster zu verzichten, hilft der Gesundheit nur mäßig. Trotzdem glaube ich, dass die Menschen sich in der Fastenzeit stärker ihrer Gesundheit bewusst sind und sich mehr damit beschäftigen, die eine oder andere Zigarette wegzulassen.“ Jedes Jahr live mit dabei ist auch Amtsleiter Thomas Stagl. „Da wird dann noch einmal um ein Eck gesünder gekocht im Büro.“

Deutlich weniger Alkohol bei Tisch

Carl Breyer vom Babenbergerhof im Mödling erzählt im NÖN-Gespräch von Stammgästen, die sich streng an das Fasten halten: „Es wird vermehrt Alkoholfreies bestellt.“

Beim „Stockerwirt“ in Sulz kommt in der Fastenzeit der Nachfrage wegen vermehrt Fisch auf den Tisch. Katharina Stocker erzählt: „Auch beim Alkohol ist es spürbar, dass weniger bestellt wird. Der Trend hält aber meist nur ein, zwei Wochen an. Wahrscheinlich sind dann die guten Vorsätze wieder dahin.“

Josef Prukl von der gleichnamigen Biosphärenhof-Buschenschank in Buchelbach, bemerkt „kaum etwas von der Fastenzeit. Bei uns essen und trinken die Leute genauso wie zu anderen Jahreszeiten. Es scheint auch nicht mehr zeitgemäß zu sein. Ich selbst halte mich auch nicht unbedingt an die Fastenzeit. Schließlich kann ein leerer Sack nicht stehen.“

Nenad Milosevic von der „Bachstub’n“ in Mödling, merkt, dass „anstelle von Bier oder Wein Fruchtsaft oder Wasser bestellt wird. Bei den Essgewohnheiten bleibt auch in der Fastenzeit alles beim Alten. Wer arbeitet, soll auch essen – und daran halte ich mich selbst auch.“

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