Gastronomie: „Eine Unart, nicht zu erscheinen“. Wirte wollen säumige Gäste zur Kasse bitten.

Von Daniela Purer. Erstellt am 20. März 2019 (04:15)
Willy Kraus
Carl Breyer vom Mödlinger „Babenbergerhof“ ist der Ansicht, dass die Stornogebühr in der gesamten Branche eingeführt werden sollte.

Eine Umfrage in den Gastronomiebetrieben des Bezirks macht deutlich: die größten Probleme der Gastrobranche sind so genannte „No-Shows“ und „Doppelreservierungen“. Entweder die Reservierung wird gar nicht eingehalten, es erscheinen nicht so viele Personen wie angekündigt oder es wird ein Tisch in mehreren Lokalen bestellt, damit man sich später aussuchen kann, wo man lieber hin möchte.

Im Endeffekt ein Verlustgeschäft für den Wirten. Die Lösung: eine Stornogebühr auf nicht eingehaltene Reservierungen soll her.

Immer mehr Gastronomen greifen zu dieser Maßnahme. Auch beim „Stockerwirt“ in Sulz im Wienerwald müssen Gäste, die ein exklusives Angebot wie den Weihnachtsbrunch in Anspruch nehmen und dann nicht erscheinen, eine Gebühr zahlen, wie Katharina Stocker im NÖN-Gespräch erzählt: „Wir teilen den Gästen mit, dass wir in solchen Fällen eine Stornorichtlinie haben. Bei normalen Reservierungen machen wir das allerdings nicht.“

"Kreditkarteninformationen sind zu mühsam"

Auch Carl Breyer vom „Babenbergerhof“ in Mödling ist der Meinung: „Die Gebühr sollte unbedingt in der gesamten Branche eingeführt werden. Für eine Reservierung wird schließlich ein Tisch blockiert. Wenn die Gäste dann nicht erscheinen, ist das ein Verlustgeschäft.“ Breyer vergleicht Tischreservierungen mit einem Arzttermin: „Es ist eine Unart, sich etwas auszumachen und dann nicht zu erscheinen.“ Derzeit verrechnet er noch keine Stornogebühr.

Ebenso wie Bezirkswirtesprecher Johannes Schmid vom „Café Kanzlei“ in Mödling: „Es ist leider zu einer Art Sport geworden in mehreren Lokalen gleichzeitig oder für mehr Personen als nötig zu reservieren, nur um einen besseren Tisch zu bekommen.“

Für Florian Fritz vom Klostergasthaus Thallern in Gumpoldskirchen ist das Thema „No-Show“ ein leidiges. „Wenn ich damit anfange, höre ich nicht auf zu schimpfen“, gesteht er. Trotzdem verlangt er keine Stornogebühr; der Verwaltungsaufwand wäre zu groß. „Um eine Stornogebühr einheben zu können, bräuchte man die Kreditkartendaten der Kunden. Das ist zu mühsam.“

Natascha Limpel aus Laab im Walde kann als Gast die Situation nachvollziehen: „Es kommt auf die Situation und die Höhe der Gebühr an. Sagt man fünf Minuten vorher Gründen telefonisch ab, ist eine Gebühr ärgerlich. Sagt man gar nicht ab oder reserviert doppelt, ist eine Gebühr nachvollziehbar.“

Umfrage beendet

  • Storno-Gebühr für Reservierungen in Gastro-Betrieben gerechtfertigt?