Landesausstellung: Neben dem Kanal herrscht Bewegung. Vielen Gemeinden optimieren Routen, Rastplätze & Beschilderungen für Radfahrer.

Von Judith Jandrinitsch und Andreas Fussi. Erstellt am 10. März 2019 (04:59)
Wienerwald Tourismus
Die Freude über die attraktive Radweggestaltung entlang des Kanals ist groß.

1803 wurde der Wiener Neustädter Kanal offiziell eröffnet. Auf dem Wasserlauf des künstlich geschaffenen Gerinnes wurden in Frachtkähnen Holz, Kohle und Ziegel nach Wien transportiert.

Heute verläuft neben dem Kanal der Thermenradweg als Anbindung an die Eurovelo 9. Wasser, Wein, regionale Schmankerln sowie zahlreiche Ausflugsziele und kulturelle Angebote locken daher Radfahrer im Rahmen der Landesausstellung „Welt in Bewegung“ offiziell ab 30. März in viele Gemeinden der Bezirke, die am Wiener Neustädter Kanal liegen.

Initiator und Ideenfinder, Pfaffstättens Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Christoph Kainz, VP, hat mit Unterstützung eines engagierten Teams von Freiwilligen gleich drei Projekte anvisiert.

Unter anderem steht bei der Initiative „Wein einst und jetzt“ die Geschichte des Rebensaftes im Vordergrund.

Frachtkahn kommt aus Guntramsdorf

In Traiskirchen ist Stadtrat Franz Muttenthaler, SPÖ, mit der Umsetzung des geplanten Rastplatzes beauftragt. Das Modell eines Frachtkahnes, immerhin 23 Meter lang, soll veranschaulichen, wie es war, auf dem Kanal die Waren von Wiener Neustadt nach Wien zu bringen. Auf der anderen Seite dient es auch als unkonventioneller Rastplatz, denn das Schiffsmodell wird nicht aus Holz gefertigt, sondern aus Beton, inklusive Tischen und Bänken, die zum Verweilen einladen. „Jeder Schiffsteil wird aus Beton gegossen, das macht die Bauakademie in Guntramsdorf für uns“, erzählt Muttenthaler.

„Wir wollen unsere ehemalige Walzengravieranstalt den Besuchern der Landesausstellung näher bringen“, macht Guntramsdorfs Vizebürgermeister Nikolaus Brenner, SP, deutlich. „Wir werden es so einrichten, dass gegen Voranmeldung Gruppen bis zu 15 Personen durch das Industriedenkmal, das heute ein Museum ist, geführt werden können.“

In Gumpoldskirchen hat die Gemeinde „am Kanal einen Rastplatz gestaltet, inklusive Hinweisschildern, die die Radfahrer weiter in unser Ortszentrum locken sollen“, betont Tourismus-Verantwortliche Dagmar Händler. „Die Schilder sollen den Impuls geben, die Sehenswürdigkeiten von Gumpoldskirchen zu entdecken, das Heimatmuseum inklusive.“

„Wenn alle Aktivitäten abgeschlossen sind, präsentiert sich die Route aber nicht nur benutzerfreundlicher, sondern auch interessanter“, ist VP-Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav überzeugt.