Mehr Mut zur Blut-Spende ist gefragt. In der Stadt Mödling gibt es bei Spendenbereitschaft Luft nach oben.

Von Daniela Purer. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:47)
RK Mödling
Auch Ehrungen gehören dazu: Rot-Kreuz-Mitarbeiter Andreas Riess (l.) mit der Goldenen Verdienstmedaille fürs Blutspenden – hier mit Gerhard Pojer, dem Sachbearbeiter für das Blutspendewesen, und Bezirksstellenleiter Michael Dorfstätter.

Laut Österreichischem Roten Kreuz spenden nur etwa 3,7 Prozent der dazu „fähigen“ Bevölkerung regelmäßig Blut. Die Vollversorgung der Krankenhäuser mit lebensrettenden Blutkonserven kann daher rasch zu einer Herausforderung werden.

Primarius Johann Pidlich, ärztlicher Direktor des Landesklinikums Baden-Mödling, betont: „Bei einem medizinischen Notfall oder im Rahmen von schweren Erkrankungen oder Operationen können Blutkonserven lebensrettend sein. Blutspenden ist daher äußerst wichtig, weitgehend ungefährlich und für die Versorgung der Patientinnen und Patienten absolut notwendig.“

Im Klinikum Mödling brauchte man im Jahr 2018 2.283 Blutkonserven, wobei der durchschnittliche Verbrauch bei rund 190 Stück pro Monat liegt.

"Hier spenden zwischen drei bis fünf Prozent Blut"

Gerhard Pojar, ehrenamtlicher Rot Kreuz-Mitarbeiter der Bezirksstelle Mödling, weiß um die Blutspendegepflogenheiten der Mödlinger Bescheid: „Hier spenden zwischen drei bis fünf Prozent Blut“. Er sieht das Problem darin, dass die langjährigen Blutspender aufhören und die Jugend schwer zum Blutspenden zu bewegen ist. „Teilweise sagen die Jungen, sie hätten keine Zeit, teilweise ist es die Angst vor der Nadel beziehungsweise dem möglichen körperlichen Unwohlsein nach der Blutspende.“

In Mödling gibt es zahlreiche Blutspende-Aktionen, die mit 60 bis 80 Spender auch sehr gut besucht sind. Pojar relativiert aber: „Für so eine große Bevölkerungsdichte wie in Mödling sind die Zahlen leider gering.“

Anders dagegen sieht es in der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Brunn am Gebirge aus. Blutspendesachbearbeiterin Hannelore Resch lobt: „Die Bevölkerung in Brunn ist sehr spendefreudig. Heuer hatten schon 170 Spender, voriges Jahr waren es 199. Im gesamten Einzugsbereich von Brunn, Vösendorf, Kaltenleutgeben, Breitenfurt und Gießhübl haben 2018 1.111 Personen an den Blutspendeaktionen teilgenommen.“

Dazu gehört auch „Vielspender“ Helmut Pheil aus Brunn am Gebirge. Der 77-Jährige hat im Laufe seines Lebens stolze 151 Mal Blut gespendet. Er berichtet mit Freude „Ich habe als junger Bundesheersoldat angefangen und spende bis heute. Ich war beruflich 40 Jahre beim Roten Kreuz in Brunn und habe gesehen, wie viele Patienten dringend Blut brauchen. Das war meine Motivation, alle zwei Monate Blut zu spenden, ich werde weitermachen, so lange es geht.“

Die nächste Gelegenheit dazu gibt es für alle am Sonntag, 14. Juli von 9.30 bis 16 Uhr beim Brunner Feuerwehrheurigen.

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