Mödling

Erstellt am 14. November 2018, 04:18

von Judith Jandrinitsch

Outdoor-Aktivitäten: Noch zu warm fürs Eislaufen. Tourismus und die Bauwirtschaft profitieren vom Wettertrend.

Doris Buschek hat in ihrer Boutique Crash noch viele schöne Wintermäntel zum Aussuchen.  |  JJ

Radfahrer sind von den Straßen Mödlings kaum wegzudenken. Schon gar nicht bei diesen Temperaturen, die weiterhin dazu animieren, mit dem Drahtesel zumindest kurze Strecken zurückzulegen.

Wienerwald-Tourismus Geschäftsführer Christoph Vielhaber arbeitet mit seinem Team, den Wienerwald-Anrainergemeinden und den Grundeigentümern an einer Optimierung des Streckennetzes für Mountainbiker. Neu bei diesem Projekt: Auch die Mountainbike-Community wird in die Gespräche eingebunden, um ein Streckennetz von 1.100 Kilometern attraktiver zu machen.

Quelle: ZAMG; Foto: MNStudio/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Angesichts des warmen Novembers wagt Vielhaber sogar einen Blick in die Zukunft. „Natürlich ist es eine Überlegung wert, daran zu denken, die Saison für Wandern und Mountainbiken auszuweiten oder einfach früher zu beginnen.“

Auch der ehemalige Wirtschaftskammer-Obmann & Baumeister Franz Seywerth aus Perchtoldsdorf findet die derzeit herrschenden Temperaturen unnatürlich. „So lange ich in dem Geschäft bin, haben wir bis Weihnachten durchgearbeitet. Obwohl, an einen so warmen und trockenen Oktober und November wie heuer kann ich mich nicht erinnern.“

Seine Mitarbeiter hätten unter der Hitze bisher mehr gelitten als unter dem derzeitigen Wetter. Deshalb habe jener Fonds, der bei Schlechtwetter die Entgeltfortzahlung der Arbeiter bis zu einem gewissen Prozentsatz garantiert, auf die Klimaveränderung reagiert und auch extreme Hitze als „Schlechtwetter“ deklariert, bei dem nicht gearbeitet werden muss.

Noch hängt Wintermode in den Geschäften

Gert Zaunbauer vom Mödlinger Stadtmarketing hält das derzeitige Wetter für „ideal, um in der Stadt bummeln zu gehen und den einen oder anderen Einkauf zu tätigen“.

Doch Lust einen Wintermantel zu kaufen, haben derzeit noch wenige Kundinnen, weiß Doris Buschek von der Boutique Crash in der Brühler Straße. Die Gaadnerin hat das Geschäft im September eröffnet und arbeitet schon lange in der Branche, zuletzt in Wien. Mödling empfindet sie als entspannter als die Bundeshauptstadt, obwohl: „Das Kaufverhalten war in Wien nicht anders als hier in Mödling. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann ist die Winterware nur schwer zu verkaufen“, weiß Buschek. Deshalb hofft sie auf einen baldigen Kälteeinbruch, der Schnee und Eis mit sich bringt. „Das wäre für meine Branche eine Erleichterung“, meint die Boutiqueninhaberin.

Eis, das ist jene Oberfläche, von der auch Robert Mayer, Betriebsleiter im Freizeitzentrums Mödling, träumt. „Wir kämpfen seit drei Wochen darum, endlich mit der Eisaufbringung beginnen zu können. Doch gegen das Wetter kannst du nichts machen.“

Eisaufbereitung nur schwer möglich

Die idealen Bedingungen wären ein knapp zweistelliger Temperaturwert am Tag, kein Wind und ein knapp einstelliger Wert in der Nacht. Mayers Fazit: „Wir geben nicht auf und hoffen, dass wir den Eislaufplatz noch diese Woche in Schwung bringen.“ Dann könnte auch die Eishockey-Saison starten.