Zwischenbilanz: 900 Corona-Fälle sind abgehandelt. In der Bezirkshauptmannschaft Mödling laufen die Fäden in allen Verdachtsfällen zusammen.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 24. März 2020 (12:17)
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Parteienverkehr gibt es in der Bezirkshauptmannschaft Mödling aktuell zwar keinen, hinter verschlossenen Türen ist aber jede Menge los.

Mit Bezirkshauptmann Philipp Enzinger an der Spitze ist ein Corona-Krisenstab (bis zu 40 Mitarbeiter) im Einsatz, der alle Hände voll zu tun hat: „Wir erhalten alle Meldungen von ,Notruf 144’, der Corona-Informations-Nummer 1450, vom Landes-Sanitätsstab, vom Landesklinikum Mödling und von anderen Behörden über mögliche Verdachtsfälle“, erklärt Enzinger im NÖN-Gespräch.

Die Betroffenen werden von Mitarbeitern der Bezirkshauptmannschaft kontaktiert und mit Fragen konfrontiert. Danach beurteilen die Amtsärzte die weitere Vorgangsweise. Im dringenden Corona-Verdachtsfall wird die Rettung verständigt, die eine Probe nimmt und dem Labor weiterleitet. Ist das Ergebnis positiv, muss die erkrankte Person bekannt geben, mit wem sie in den vergangenen 48 Stunden Kontakt hatte.

„Diese Personen werden dann von uns angerufen und aufgefordert, sich in Heimquarantäne zu begeben“, berichtet der Bezirkshauptmann.

Damit nicht genug: Alle Heimkehrer auf dem Luftweg werden via Bundesverordnung angewiesen, 14 Tage in Selbstquarantäne auszuharren, diejenigen, die über den Landweg einreisen, auf Anordnung des Bezirkshauptmannes.

Insgesamt wurden im Wirkungsbereich der Bezirkshauptmannschaft Mödling bis zu Redaktionsschluss rund 900 Fälle bearbeitet, am Dienstag wurden 59 Corona-Fälle registriert, 240 Personen sind in Heimquarantäne. Am Sonntag ist im Landesklinikum Mödling eine schwer kranke und infizierte 68-Jährige gestorben.