Budget 2017 hat es projektmäßig in sich. Die beiden Haushalte strotzen vor Projekten. Diskutiert wurde auch über „selbstverständliche“ Institutionen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 15. Dezember 2016 (03:57)
Finanzreferent Marcus Fink, ÖVP, stellte das Budget 2017 vor.
 
privat

Die Budgetbrocken für 2017 wurden von Finanzreferent Marcus Fink (ÖVP) vorgetragen. Zuvor dankte er Buchhaltungsleiterin Sabine Risch, die eine vorbildliche Präsentation der Budgetzahlen vorbereitet hatte.

Die vorrangigen Projekte für das kommende Jahr betreffen den Straßenbau – so wird die gesamte Perlasgasse generalsaniert, im Betriebsgebiet Ost werden Straßen und die Nebenanlagen fertiggestellt, neue Leuchten kommen am Parkplatz vor der Jubiläumshalle, am Hallenvorplatz, am Promenadenweg, am Schulweg und in der Ortsstraße.

Karl Wagner von den Grünen fehlen Rücklagen für den Ankauf des Schloss Biedermannsdorfes.
zVg

Auch der Kanal kostet der Gemeinde viel Geld. So wird der Kanal in der Perlasgasse durch ein spezielles Verfahren (Inliner-Sanierung) auf Vordermann gebracht; für die gesamte Gemeinde wird ein Kanalkataster erstellt.

Weiters finden sich im Voranschlag 2017 die Installation eines WLAN-Zuganges für die Jubiläumshalle und den Badeteich, der Neubau des Perlashofes, der Ankauf einer zweiten Radarkamera, die Erweiterung der Urnenmauer im Friedhof, die Übersiedelung der Bücherei in die Perlasgasse 12 sowie ein Container, der mehr Platz für die Kinder des SC Biedermannsdorfs beim Umkleiden schaffen soll.

„Emotionslos über Themen diskutieren“

Der Finanzreferent regte auch an, „emotionslos über gewisse Themen zu diskutieren“, etwa, ob es Sinn mache, sich in Zeiten des e-Books eine eigene Bibliothek zu leisten oder gewisse andere Einrichtungen, die ohne Unterstützung der Gemeinde nicht überleben könnten.

Christoph Luisser, FPÖ, spricht sich gegen den Ankauf einer zweiten Radarkamera aus.
FPÖ

So sind für das Eltern-Kind-Zentrum Einnahmen von 3.000 Euro budgetiert, Ausgaben werden in der Höhe von 36.700 Euro erwartet.

Den Rekord hält die Musikschule mit budgetierten Kosten von 201.400 Euro. Diese Kostenexplosion sei darauf zurückzuführen, dass heuer Jubiläumszahlungen fällig waren und eine Lehrperson in Pension ging, ohne dass dafür ausreichend Rücklagen gebildet wurden.

Die FPÖ bekrittelte, dass erneut keine Reserven vorhanden sind, um das Schloss Biedermannsdorf kaufen zu können. Außerdem sei „ein Radar kein Instrument der Budgetsanierung“, erklärte Christoph Luisser. Auch die Grünen zeigten sich vom Voranschlag 2017 nicht überzeugt.

Kein Geld für Schloss im Voranschlag

„Es hat keinen Sinn, ein wie auch immer geartetes E-Fahrzeug anzukaufen, wenn aus dem Fuhrpark des Bauhofes kein Auto ausgeschieden wird. Außerdem kritisieren wir die mangelnde Bereitschaft zum Sparen. Siehe Perlashof. Man hätte das Geld für den Neubau längst bereit haben können. Statt dessen macht man wieder Schulden. Es gibt fantasievollere Möglichkeiten, E-Mobilität einzusetzen, wie mit Carsharing oder mit einem Shuttle-Bus, das wäre ein guter Weg, um die Kinder morgens von zuhause abzuholen und in ihre Einrichtungen zu bringen“, ist Wagner überzeugt.