Biedermannsdorf

Erstellt am 15. November 2018, 05:03

von Judith Jandrinitsch

Bursch verurteilt: „Nur“ Drohung, kein Raub. Jener Bursche, der im Sommer im tralalobe-Haus randaliert hatte, bekam neun Monate bedingt.

shuterstock.com/ Evlakhov Valeriy

„Es reicht“, meint FPÖ-Obmann Christoph Luisser nach der Verurteilung eines unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings (UMF) aus Afghanistan, der im Sommer im tralalobe-Haus ausgerastet war. Der Afghane randalierte, weil er Taschengeld wollte, dass ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht zustand und verletzte sich dabei selbst. Am Donnerstag stand der Bursche – bei ihm wurde eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung festgestellt – im Landesgericht Wiener Neustadt vor Gericht.

FPÖ-Klubchef Christoph Luisser wettert gegen das Projekt Perlashof.  |  privat

Dass es sich bei einem nicht ausbezahlten Taschengeld um einen schweren Raub handeln sollte, diese Beschuldigung konnte tralalobe-Geschäftsführer Andreas Diendorfer schon im Sommer nicht nachvollziehen. Gerichts-Vizepräsidentin Birgit Borns spricht von „gefährlicher Drohung. Die Zurechnungsfähigkeit wurde dem Burschen zuerkannt. Es war eine Tat, die mit einer Freiheitsstrafe von unter einem Jahr geahndet wird. Deshalb ist eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher auch nicht möglich“.

Der Bursche fasste neun Monate bedingt aus, eine Bewährungshilfe wurde angeordnet. Ein Gratisblatt berichtete, dass der Afghane „nach Hause gehen“ könne. Luisser argwöhnte daraufhin, der Bursche würde in das tralalobe-Haus in Biedermannsdorf zurückkehren und ortete einen Skandal. Den werde es aber nicht geben, meint Diendorfer: „Es war von Beginn an klar, dass dieser Bursche nicht nach Biedermannsdorf zurückkommt. Da brauchen wir uns keine Sorgen machen.“

„Kommt in keinem Fall nach NÖ zurück“

Das bestätigt auch Rosemarie Wollinger, die im Land NÖ für die Verteilung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge verantwortlich ist. „Dieser minderjährige Flüchtling kommt auf keinen Fall nach Niederösterreich zurück. Es gibt die Zustimmung von uns zu einer schriftlichen Vereinbarung, dass keine straffällig gewordenen Jugendlichen in Biedermannsdorf untergebracht werden.“

Andreas Diendorfer, einer der beiden tralalobe-Geschäftsführer.  |  JJ

Der Gemeinderat beschloss heuer bereits eine Resolution, in der unter anderem festgeschrieben wurde, dass es für jugendlichen Straftäter keinen Platz im tralalobe-Haus geben soll. Jetzt ist die UMF-Stelle auf der Suche nach einem geeigneten Quartier.

Wollinger kündigte auch an, dass sich das Land bemühe, mehr Unterbringungsplätze für minderjährige Flüchtlinge zu schaffen, die psychotherapeutische Unterstützung brauchen. Im Moment gibt es in Guntramsdorf acht Plätze, und die sind alle belegt.