Lkw als Zankapfel in Biedermannsdorf

Erstellt am 25. Dezember 2020 | 03:59
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So soll es aussehen, das Biomasseheizwerk in Biedermannsdorf. Begrünt und für Erholungssuchende so gut wie unsichtbar.
Foto: EVN
EVN verteidigt Projekt und will umfassende Info-Schritte für die Orts-Bevölkerung setzen.

Bei der letzten Gemeinderatssitzung ginen die Wogen hoch, als EVN-Vertreter das Projekt Biomasseheizwerk präsentierten. Grünen-Gemeinderat Karl Wagner hält fest: „Wir Grünen haben uns bei der Resolution, die Gemeinderat Christoph Luisser (FPÖ) gegen das Biomasseheizwerk an diesem Standort einbrachte, nicht enthalten, sondern dagegen gestimmt. Ich selbst stimmte aus Gründen des Klimaschutzes dagegen. Insgesamt gab es zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen der Grünen.“

Der EVN ist es wichtig, „dass das Projekt auf eine breite Akzeptanz stößt. Das Hauptthema war von Anfang an der Lkw-Verkehr. Dieses ist ganz einfach zu lösen“, ist EVN-Sprecher Stefan Zach überzeugt.

Es würden maximal 15 Lkw pro Werktag mit unbehandeltem Naturholz zum Biomasseheizkraftwerk fahren. „Die Gemeinde hat ein Mitspracherecht dabei, über welche Straßen das Biomasseheizwerk angefahren werden kann. Man kann die Auswahl der Lieferanten so treffen, dass das problemlos möglich ist“, stellt Zach klar. Der geplante Standort sei wichtig, weil der Bedarf an Naturwärme im Süden von Wien, speziell in den Gemeinden Perchtoldsdorf, Brunn, Biedermannsdorf und Vösendorf steigt. „Wir brauchen zur Verstärkung der Anlage in Mödling ein Heizwerk, dass den Osten abdeckt“, erläutert Zach.

Der Leitungsverlust, der an diesem Standort entstehe, sei äußerst gering.

Außerdem sei in Biedermannsdorf die benötigte Fläche vorhanden. „Es ist ein wirkliches Klimaschutzprojekt, wenn man sich die Klimaziele anschaut, die laut aktueller Regierung bis 2025 zu erfüllen sind“, sagt Zach. So müssen etwa bis 2025 zwingend alle Ölheizkessel getauscht werden, die älter als 25 Jahre sind, spätestens bis 2035 alle Ölheizkessel. „Das wird einen Boom auslösen, einen großen Bedarf nach Naturwärme wecken“, ist Zach überzeugt. Er gibt zu bedenken: „Jetzt werden Öl, Pellets, Stückholz und Flüssiggas ebenfalls mit Lkw angeliefert. Je mehr Nutzer auf Naturwärme umsteigen, desto mehr werden diese Fahrten eingespart. Das Naturwärmeheizwerk hilft langfristig also auch, Lkw-Fahrten einzusparen“, ist Zach überzeugt.

Verhindern kann die Gemeinde das Heizwerk per se nicht, denn „bei der Flächenwidmung hat die Gemeinde keine Mitsprache, wenn die Anlage alle Auflagen erfüllt, was ja der Fall ist.“ Und auch über die Feinstaubbelastung müsse sich niemand sorgen machen. „Unser Heizkraftwerk hat eine Technik eingebaut, die sich ein privater Haushalt gar nicht leisten kann. Das Ergebnis: Es wird nicht mehr Belastung ausgestoßen, als bei einem Schwedenofen.“