Verlegung der Flüchtlinge hat begonnen. Anfang Februar hat FP-Landesrat verkündet, wegen angeblich überhöhter finanzieller Forderungen der Caritas die „auffälligen und unbegleiteten minderjährigen“ Flüchtlinge aus "St. Gabriel" in Maria Enzersdorf abzuziehen.

Von Christoph Dworak. Update am 22. Februar 2019 (16:10)
Willy Kraus
Asyl-Quartier St. Gabriel

Die Verlegung hat jetzt begonnen. Zu Wochenbeginn übersiedelte ein Jugendlicher, heute, Freitag folgten fünf weitere unbegleitete Minderjährige.

"Es hat alles deutlich besser funktioniert als wir angenommen haben", merkte Caritas-Pressesprecher Martin Gantner im NÖN-Gespräch an. "Wir durften sogar einige in die neuen Quartiere begleiten."

Die Übersiedlung sei laut Caritas "in Rücksprache mit der Kinder- und Jugendhilfe" erfolgt. Das Büro von Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) verwies darauf, dass vier weitere Jugendliche am Montag verlegt werden sollen.

Alle bisherigen Verlegungen seien "gut über die Bühne gegangen", bei der Auswahl der neuen Quartiere "wurde mit Fingerspitzengefühl vorgegangen", hieß es seitens der Caritas. Wohin die Jugendlichen übersiedelt werden, gaben weder die Caritas noch das Büro des für Asylwesen zuständigen niederösterreichischen Landesrats bekannt.

Bei den insgesamt zehn Personen, die verlegt wurden bzw. noch übersiedelt werden, handelt es sich nach Angaben von Caritas und dem Büro Waldhäusl um jene Jugendlichen, die Ende November 2018 aus dem umstrittenen Quartier in Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) nach St. Gabriel im Bezirk Mödling gebracht worden waren. Waldhäusl hatte Ende Jänner erklärt, dass ein Vertrag des Landes mit der Caritas über eine weitere Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge nicht zustande komme, und eine Verlegung angekündigt. In Maria Enzersdorf werden laut Caritas somit weiterhin jene acht Personen betreut, die sich bereits vor November 2018 in der Unterkunft befunden hatten.