Bezirk Mödling: Angst vor 1G geht in Event-Branche um. Der neue Plan sorgt für Gesprächsstoff. Und das vor allem in der Gastronomie, dem Handel und bei Veranstaltern.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. September 2021 (04:23)

Bei Bezirkswirtesprecher Johannes Schmid aus Mödling (Cafe Kanzlei) ist „verwundert, wie schnell sich eine Branche – in diesem Fall der Handel – gegen Maßnahmen wehrt. Da hieß es sofort: ‚Wir kontrollieren nicht‘. Hier fehlt die Gerechtigkeit, denn in der Gastronomie muss seit Mai strikt kontrolliert werden.“ Laut Schmid sei man nun in einer Situation, welche es seit Beginn der  Pandemie noch nicht gegeben habe. „Erstmalig klaffen zwei Branchen deutlich auseinander.“

Die in Stufe zwei entfallenden Wohnzimmertests erschweren den Gastronomen die Lage weiter. „Davon haben wir auch viele direkt im Lokal durchgeführt. Ob wir deshalb Gäste verlieren, weiß ich nicht. Klar ist für mich jedoch, dass uns junge Gäste verloren gehen werden, da hier, wie wir alle wissen, die Impfrate noch relativ niedrig ist.“

Weitere Verschärfungen hält Schmid für „durchaus möglich. Auch wenn es zu einer 1G-Regel kommen sollte, schaffen wir es, denke ich, gut und vor allem offen durch den Winter.“

Wirtschaftskammer NÖ-Vizepräsident und „Höldrichsmühle“-Chef Erich Moser aus Hinterbrühl weiß: „Die größte Angst der Gastronomie, aber auch des Handels, ist, wieder zusperren zu müssen.“

Kulturbetriebe sind die Kontrollen schon gewohnt. Doris Pikisch von der Stadtgalerie sagt dazu: „Die Beachtung der 3G-Regel ist mein Beitrag, um einen Kulturbetrieb zu ermöglichen. Die Gäste sind dankbar und bemüht. Bei den Neuregelungen muss man dranbleiben und Nachlesen, aber ich hoffe auf einen reichhaltigen kulturellen Herbst.“

Etwas kritischer sieht die Lage Mödlings Wirtschaftsstadtrat Gert Zaunbauer: „Die Programme müssen angepasst werden. Es mussten schon durch die derzeit geltenden Maßnahmen Veranstaltungen im Bezirk abgesagt werden, wie es jetzt weitergeht, muss man sich anschauen.“

Die schriftliche Verordnung lag zum Zeitpunkt des NÖN-Gesprächs noch nicht vor. „Wir wissen mittlerweile, dass zwischen dem Gesagten in der Pressekonferenz und dem tatsächlich Geschriebenen doch Unterschiede zu finden sind. Das heißt, vorerst abwarten.“

Für die derzeit stattfindende „Brunner Wiesn“ sei es leicht, nach zu schärfen. „Hier wird seit Monaten geplant, die Veranstalter stehen in engem Kontakt zur Bezirkshauptmannschaft.“

Eine 1G-Regel wäre für die Branche laut Zaunbauer aber „nicht gut. Wir haben eine zu geringe Impfrate. Das bedeutet somit, dass wir viele Gäste verlieren würden, welche derzeit mit einem Test an Veranstaltungen teilnehmen. Am schlimmsten wäre aber ein erneuter Event-Lockdown“.

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