Die Heide zittert vor dem Silvester-Trubel

Erstellt am 29. Dezember 2010 | 00:00
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Foto: NOEN
MÜLLHALDE / Das Perchtolsdorfer Naturjuwel ist besonders zum Jahreswechsel beliebter Treffpunkt - und danach ein Mistberg.

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Am Tag nach dem Silvesterrummel ist der Blick von der Heide auf Perchtoldsdorf mehr als nur getrübt. Die Verantwortlichen appellieren an die Besucher, auf Feuerwerkskörper zu verzichten und Glasflaschen in die Mistkübel zu werfen.ZVG
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PERCHTOLDSDORF / Der Blick auf das nächtliche Perchtoldsdorf und das nahe Wien ist herrlich - vor allem in der Silvesternacht ist die Perchtoldsdorfer Heide ein beliebter Treffpunkt, um die Sektkorken knallen zu lassen und so manchen Feuerwerkskörper loszuschicken.

MMag. Irene Drozdowski, Obfrau des Vereines „Freunde der Perchtoldsdorfer Heide“, weiß: „Am Tag danach ist die Stimmung bei den Heidebesuchern mehr als getrübt. Überall liegen Unmengen Reste vom Feuerwerk herum, an vielen Stellen ist das Gras angebrannt.“

Zudem seien die Feuerwerksreste sind „eine Bedrohung für die Umwelt, enthalten sie doch Unmengen an Salpeter, Schwefel und giftigen Schwermetallen, die ausgewaschen werden und den Boden und die Pflanzen und Tiere der Heide extrem belasten“. Nicht zu vergessen auf die Gefahr durch Glasscherben.

Drozdowski appelliert an die Vernunft der Silvester-Gäste im sensiblen EU-Natura 2000-Gebiet: „Heideverein, Gemeinde und zahlreiche Freiwillige bemühen sich um optimalen Schutz und Pflege der Heide. Bitte helfen auch Sie mit, Silvester auf der Heide zu einem gemütlichen, schönen Fest zu machen und Schäden an der Heide zu vermeiden.“

Jedes Jahr sammeln etwa 30 Personen - Mitglieder diverser Perchtoldsdorfer Vereine, Familien mit Kindern, Hundebesitzer und Weinhauer - am Neujahrstag von 8 Uhr früh bis zur Abenddämmerung in mühevoller Kleinarbeit etwa 40 Säcke voll Müll und Feuerwerksresten ein. Giftreste im Boden bleiben aber bestehen.

Bürgermeister Martin Schuster hofft einmal mehr, dass Heide-Besucher zum Jahreswechsel auf Feuerwerkskörper verzichten mögen - und leere Flaschen den Weg in die Mistkübel finden werden.