Ihre zweite Heimat war Maria Enzersdorf. Volksschauspielerin Elfriede Ott hatte auch einen Wohnsitz in Maria Enzersdorf. In der Bevölkerung erinnert sich jeder an "die Ott", die das Kulturleben der Gemeinde wie keine Zweite mitgeprägt hat.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 13. Juni 2019 (06:23)
Gemeinde Maria Enzersdorf
Elfriede Ott-Promenade: Anlässlich ihres 90. Geburtstages bekam die Maria Enzersdorfer Ehrenbürgerin Kammerschauspielerin Elfriede Ott ihren eigen Weg am Liechtenstein. Mit ihr feierten Sohn Goran David, der ehemalige Vizebürgermeister Oliver Reith, Bürgermeister Johann Zeiner, Vizebürgermeister Andreas Stöhr und Pater Stephan Kitzmüller von den Franziskanern.

Nicht nur aus dem Kulturleben war Elfriede Ott nicht wegzudenken. In den 30 Jahren, in denen sie für die Festspiele Maria Enzersdorf verantwortlich zeichnete, war sie auch für das gesellschaftliche Leben der Gemeinde prägend. Sogar ein Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Maria Enzersdorf ist nach der beliebten Schauspielerin benannt. 

Wolfgang Deringer von der Freiwilligen Feuerwehr erinnert sich: "Den Kontakt zur Ott hat unser damaliger Feuerwehrkommandant Karl Sommerbauer hergestellt. 1984 ist die sie sogar Patin eines Tankwagens geworden. Sie hat auch Lesungen bei unseren Adventfeiern im Feuerwehrhaus gehalten."

1983 gründete Elfriede Ott gemeinsam mit Hans Weigel die Maria Enzersdorfer Festspiele. 30 Jahre lang begeisterte sie ihr Publikum mit „Nestroy auf Liechtenstein“.

Ehrenbürgerschaft verliehen

In Anerkennung ihrer besonderen Verdienste hat die Marktgemeinde Maria Enzersdorf Kammerschauspielerin Professorin Elfriede Ott 1995 die Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde verliehen. Anlässlich ihres 90. Geburtstages wurde der Hauptweg vor der Burg und dem Schloss Liechtenstein zur „Elfriede Ott-Promenade“.

Bürgermeister Johann Zeiner, VP, erklärt: "Ich glaube, das ist das mindeste, was man einem Menschen, die sich so um unsere Gemeinde verdient gemacht hat, an Ehre zuteil werden lassen kann." Nicht nur Elfriede Ott war im Ort präsent, auch ihre Schauspielerinnen und Schauspieler, wenn Nestroy-Zeit war.

Ganz besonders gut an lustige Runden und Premierenfeiern in seinem Schottenheurigen erinnert sich Lokalbesitzer Raimund Reith. "Raimondo", wie der Patron des Hauses von seinen Stammgästen genannt wird, erzählt: "Sie war immer bei uns, entweder im Heurigen oder auch bei uns privat. Wenn sie hier in Maria Enzersdorf war, dann war sie beim Schottenheurigen."

Mich hat die Nachricht, dass Frau Ott verstorben ist, mitten ins Herz getroffen

Ihr Tod hat den Wirten getroffen, vor allem "weil wir am Abend vor ihrem Geburtstag noch eine Einladung von ihr bekommen haben. Dann wurde die Feier aber abgesagt, weil sie ins Spital gebracht wurde. Ich hätte der Einladung sowieso nicht folgen können und beschloss, sie zu einem späteren Zeitpunkt zu besuchen. Jetzt wird nichts mehr aus dem Besuch und deshalb hat mich die Nachricht, dass Frau Ott verstorben ist, mitten ins Herz getroffen."