Biedermannsdorferin darf bald wieder hinter die Kamera. Kamerafrau Anna Hawliczek hofft, dass sie ihre Arbeit für „Love Machine 2“ bald wieder aufnehmen kann.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 06. Juni 2020 (05:13)
Anna Hawliczek dort, wo sie sich am wohlsten fühlt: hinter der Kamera an einem Filmset.
privat

Thomas Stipsits verliebt sich in „Love Machine“ Teil 1 in seine Fahrlehrerin und muss sich entscheiden, ob er seiner Profession als Callboy entsagt und sich der wahren Liebe widmet. Einer der Fahrschulszenen findet in Mödling statt, hinter der Kamera steht die gebürtige Biedermannsdorferin Anna Hawliczek, die schon als kleines Mädchen das Geschehen rund um sich mit einer Videokamera festhielt.

Mit Ausdauer, Talent und harter Arbeit hat sie sich in einer nicht einfachen Branche durchgesetzt und wartet jetzt darauf, „ob die Dreharbeiten für den zweiten Teil noch aufgenommen werden. Drehstart wäre am 15. Juni gewesen“.

Auch Filmbranche hing völlig in der Luft

Dumm nur, dass sich das Coronavirus nicht an den Drehplan gehalten hat, sondern gleich nach der Winterpause Mitte März die Filmbranche lahmlegte. Neue Filmproduktionen stehen so wie Serien und TV-Produktionen in der Warteschleife. Erst seitdem die Bundesregierung verkündet hat, dass sie die von der Filmbranche heiß ersehnte Ausfallhaftung übernehmen wird, kann es für alle filmischen Projekte weitergehen. Doch Haliczek blieb auch während des Lockdowns gelassen: „Geärgert hab’ ich mich nicht. Es war eine schwierige Situation, aber ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass die Filmbranche nicht die beständigste ist, sondern dass es immer Auf und Ab’s gibt. Außerdem bin ich nur für mich selbst verantwortlich und muss im Gegensatz zu vielen Kollegen keine Familie versorgen.“

Sie arbeitete weiter an der Vollendung einer Dokumentation über die Salzburger Festspiele und wurde vom französischen Sender ARTE mit einer Dokumentation beauftragt, die in Österreich gefilmt wird. Worum es dabei geht, darf sie aber nicht verraten.

Zwischenzeitlich war sie auch im heimatlichen Biedermannsdorf und filmte hier einen Beitrag zum Thema Corona für die You Tube Plattform „Frei Haus“, die von der Kultur Niederösterreich betrieben wird.

Dass der Lockdown in der Filmbranche oft wenig beachtet wurde, habe vielleicht auch damit zu tun, dass die Österreicher ihre Filmszene wenig schätzen. Anna meint: „Ich habe immer das Gefühl, dass die Österreicher ihre eigenen Filme zu sehr begranteln. Wir sind voll gut dabei bei Festivals, ‚Love Machine‘, Teil 1, hat die Romy für den besten Film gewonnen und hatte 150.000 Zuseher. In Frankreich hat jeder kleine Ort ein Kino, dort ist man stolz auf die eigenen Produktionen. Das würde ich mir auch für Österreich wünschen.“

Komödien filmt sie zwar gerne, „aber einmal einen spannenden Thriller zu drehen, das würde mir auch richtig Spaß machen“, sagt Anna.