Suche nach Personal im Bezirk Mödling läuft an. Die 3-G-Kontrollen der 3-G ist mittlerweile sowohl für Gäste als auch für Restaurantbesitzer zur Normalität geworden.

Von Michelle Schüller und Johanna Hoblik. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:45)
440_0008_8136317_mod30darueber_matthias_mueller_c_schoed.jpg
Gastronom Matthias Müller hat als Catering-Spezialist derzeit kaum Aufträge. Die „normale“ Gastro laufe durchaus zufriedenstellend.
www.martinschoedl.com, www.martinschoedl.com

„Ich kontrolliere jeden Gast gleich beim Betreten meines Restaurants auf den 3-G-Nachweis“, erzählt Kyriakos Papadopoulos, Inhaber der „Taverne zum Griechen“ in der Hinterbrühl. Wer keinen vorweisen konnte, „den musste ich natürlich leider wegschicken“. Die von der Regierung angekündigten strengeren Kontrollen durch die Polizei, sei „sehr gut. Betriebe, welche nicht kontrollieren, schaden damit der gesamten Branche“. Großes Problem sei aktuell der Personalmangel, betont Papadopoulo. Auch via Arbeitsmarktservice sei keine Verstärkung zu bekommen. „Wir geben alle 300 Prozent, um alles weiterhin zu schaffen. Darauf bin ich stolz.“

Für Bezirkswirtesprecher Johannes Schmid, Inhaber des „Café Kanzlei“ in Mödling war es „vor allem wichtig, dass Veranstaltungen wie Hochzeitsfeiern wieder stattfinden können.“ 3-G-Kontrollen und das Registrieren funktionieren im Bezirk „wirklich verständnisvoll. Dass die Gästeregistrierung jetzt doch nicht wie angekündigt gefallen ist, stellt überhaupt kein Problem dar. Die größte Erleichterung für uns war eindeutig der Fall der Masken – vor allem für die Mitarbeiter“. Was aber noch fehle, sei die Spontanität. „Manche Gäste haben keinen Nachweis dabei, somit ist auch ein spontaner Restaurantbesuch unmöglich.“

Wovon die Gastro profitieren wird, seien beispielsweise „die meist nicht stattfindenden Feuerwehrheurigen oder Weinfeste. Eine Alternative dafür stellt dann wieder der Heurige am Schrannenplatz dar, wo auch schon letztes Jahr verschiedene Heurigenbetriebe ausgeschenkt haben“, merkt Schmid an.

„Alexander“ ortet Sommerstimmung

Im Perchtoldsdorfer Restaurant „Alexander“ herrscht typische Sommerstimmung. „Der Zustand ist derzeit wie vor zwei Jahren, als von Corona noch gar nicht die Rede war. Es ist ein Sommer wie sonst auch immer, vor allem mit den Gästen der Perchtoldsdorfer Sommerspiele“, berichtet Inhaber Alexander Lang. „Wir leben vor allem von unseren Stammgästen. Um ihnen die Registrierung zu ersparen, haben wir eine Liste erstellt, bei welcher wir alle notwendigen Daten eingetragen haben und bei einem Besuch nur noch Datum und Uhrzeiten ergänzen müssen.“

Heurigenwirtin des Jahres sucht Personal

Auch beim Heurigen „spaetrot“ in Gumpoldskirchen herrscht sehr gute Stimmung. „Wir sind sehr zufrieden. Unsere Stammgäste kommen wie früher, die Überprüfungen laufen gut, da zeigen die meisten Gäste den Impf- oder Testnachweis schon ohne Aufforderung. Also alles in allem wirklich toll“, erzählt Inhaberin Johanna Gebeshuber, heuer als „Falstaff“-Heurigenwirtin des Jahres ausgezeichnet. Mit den strengeren Kontrollen hat sie „kein Problem. Es bemüht sich, denke ich, jeder Betrieb. Von daher kann ruhig strenger kontrolliert werden.“ Auch sie sucht allerdings nach Mitarbeitern. „Viele haben umgesattelt oder wollen nicht mehr am Abend arbeiten, daher fehlen uns Mitarbeiter.“ Alles in allem freut sich Gebeshuber auf „eine tolle Hauptsaison, welche mit August so richtig startet“.

Probleme beim Catering-Spezialisten

Nicht ganz euphorisch gibt sich Gastronom und Catering-Spezialist Matthias Müller („buchbar“ und „PIER21“) aus Brunn am Gebirge: Im Herbst wird es für viele Wirte existenzbedrohend, da die Hilfen dann ausgelaufen sind. Ich vergleich das gerne so: Man kann zwar einen Marathon laufen, aber nicht nur mit einem Fuß und auf dem Rücken gebundenen Händen.“ Ihn treffe es derzeit „härter als die normale Speisengastronomie, da ich hauptsächlich im Cateringbereich tätig bin. Große Firmen und auch Privatpersonen werden sich wegen der Deltavariante hüten, große Events zu machen“. Und auch der neuerliche Entfall des Brunner Sommermusicals „trifft mich extrem“. Müllers gute Nachricht: „Personalmangel trifft mich nicht, meine gesamte Mannschaft hält mir komplett die Treue, ich helfe sogar mit meinem Personal Kollegen in Form von Kooperationen aus.“

Seit Inkrafttreten der aktuellen Verordnungen wurden im Bezirk Mödling insgesamt 94 Lokale bzw. Veranstaltungen kontrolliert, erklärte Bezirkspolizeikommandantin Gertraud Haselbauer: "Dabei konnten keine Übertretungen der 3G-Regeln festgestellt werden."

Umfrage beendet

  • Muss die Einhaltung der Corona-Regeln in der Gastronomie strenger kontrolliert werden?