Lebendige Industriegeschichte: Zeitzeugen gesucht. Sylvia Unterrader will Alltag der Arbeiter in der Druckfabrik dokumentieren und sucht Materialien.

Von Andrea Rogy. Erstellt am 21. Februar 2019 (04:45)
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Die Mödlinger Schriftstellerin Sylvia Unterrader ist auf der Suche nach den Lebenserinnerungen von Menschen, die in den 50er Jahren in der Druckfabrik gearbeitet haben.

Die Lebenserinnerungen von Beschäftigten, die während der 50er Jahre in der Druckfabrik gearbeitet haben, sollen dokumentiert und aufgearbeitet werden. Die Schriftstellerin Sylvia Unterrader will die Erlebnisse der Arbeiterschaft aus dieser Zeit sammeln und für kommende Generationen zugänglich machen.

Die Idee dazu ist in einem Gespräch mit Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, entstanden: „Wir wollen schauen, ob es noch Zeitzeugen aus diesem wichtigen Abschnitt der Ortsgeschichte gibt, die dazu bereit sind, ihre Erinnerungen an die Arbeit in dem Industriebetrieb zu erzählen oder alte Fotografien und Dokumente aus dieser Zeit besitzen“, präzisiert Unterrader. Alte Dienstverträge wären ebenso interessant wie Arbeitskleidung oder Aufzeichnungen über die Pauseneinteilung.

"Ich möchte darstellen, wie der Alltag damals abgelaufen ist"

Die Mödlinger Autorin hat einen starken persönlichen Bezug zur Druckfabrik, weil ihr Vater einst dort beschäftigt war. Darüber hinaus ist sie grundsätzlich an der Aufarbeitung der Industriegeschichte der Region Mödling und an den Lebensumständen der Arbeiterschaft der damaligen Zeit interessiert: „Ich möchte darstellen, wie der Alltag damals abgelaufen ist und wie sich die Arbeitsabläufe gestaltet haben.“

Bei ihren Recherchen ist Unterrader im Heimatmuseum auf einige Artikel, Briefe und Materialien wie alte Stoffreste aus längst vergangenen Zeiten gestoßen, die bislang noch nicht bearbeitet waren. Mit ehemaligen Arbeitern und Angestellten oder ihren Angehörigen, die sich bei ihr melden, möchte Unterrader Interviews führen. „Ich will nicht, dass interessante Details aus dieser Zeit verloren gehen“, erklärt Unterrader ihre Motivation für die Nachforschungen.

Wenn genügend Lebenserinnerungen und Fundstücke zusammenkommen, könnte dieses wichtige Kapitel der Guntramsdorfer Ortsgeschichte für die kommenden Generationen in einer Broschüre aufbereitet und dokumentiert werden.

syder@gmx.at