Bezirk Mödling: „Corona-Tiere“ am Weg zurück ins Heim

Vor allem für viele Vierbeiner, die zu Beginn der Pandemie angeschafft wurden, haben Besitzer jetzt keine Zeit mehr.

Christoph Dworak
Christoph Dworak Erstellt am 22. September 2021 | 04:32
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„Polka“ ist einer von 180 Hunden, die auf ein neues Frauchen oder Herrchen wartet.
Foto: TSA

Seit Beginn der Pandemie haben sich viele Menschen Tiere zugelegt, die einigen Besitzern jetzt lästig werden. Nun platzen einige Tierheime aus allen Nähten, viele waren auch vor der Pandemie bereits voll oder überfüllt.

„Dieser Boom hat sich von März 2020 bis Mitte Juni 2021 gezeigt. Vor allem für Hunde war das Interesse überdurchschnittlich hoch.“ 
Oliver Bayer, Pressesprecher von TSA

Oliver Bayer, Pressesprecher von TSA (Tierschutz Austria) in Vösendorf bestätigt: „Dieser Boom hat sich von März 2020 bis Mitte Juni 2021 gezeigt. Vor allem für Hunde war das Interesse überdurchschnittlich hoch. Wir haben aber immer versucht, die Bevölkerung zu sensibilisieren, dass – bei allem Verständnis für Einsamkeit oder Isolation – die Pandemie ein falscher Zeitpunkt ist, sich ein Haustier zuzulegen.“ Ebenso habe man „davor gewarnt, was passiert, wenn uns der Alltag wieder einholt und man keine Zeit mehr hat, sich um das Tier zu kümmern“.

Mitte Juni sei es dann tatsächlich so weit gekommen: „Schneller als von uns befürchtet haben wir die ersten ,Corona-Tiere’ aufgenommen. Damals haben sich die telefonischen Anfragen so genannter ,Eigentümerabgaben’ im Vergleich zum Normalzustand vervierfacht. Daher sind wir über den Sommer aufgrund der vermehrten Abgaben schon an unsere Kapazitätsgrenzen gelangt.“

Aktuell habe sich die Situation, was die Kapazitäten betrifft, entspannt, man zähle beispielsweise 180 Hunde: „Eine durchaus normale Belegung.“ Allerdings würden die Anfragen bei den Eigentümerabgaben wieder etwas zulegen: „Ganz besonders wegen junger Hunde, die knapp ein Jahr alt sind, sprich während der Pandemie angeschafft wurden“, ergänzte Bayer.

Spendebereitschaft während Corona nicht nachgelassen

Was die finanzielle Unterstützung betrifft, sei „die Spendenbereitschaft tierlieber Menschen zum Glück auch während der Pandemie ungebrochen und hat nicht nachgelassen“, ist TSA-Präsidentin Madeleine Petrovic „sehr dankbar, dass uns die Menschen auch während dieser für uns alle sehr herausfordernden Zeit die Treue halten“. Aktuell warten 180 Hunde, 260 Katzen, 160 Kleintiere und 100 Ziervögel auf Besitzer. Insgesamt beherbergt das Tierschutzhaus in der Triester Straße in Vösendorf aktuell rund 1.110 Tiere (Haustiere, Wildtiere, Nutztiere, Reptilien, ...).

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