Schweine als Plage im Wienerwald. Der Jagdleiter Gerald Seidler befürchtet Transfer von Sauen von Wien nach Niederösterreich.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 05. Dezember 2019 (05:15)
Wildschweine halten zurzeit die Jägerschaft in Atem.
Naturpark Sparbach

Ein offener Brief von Jagdleiter Gerald Seidler aus Pitten (Bezirk Neunkirchen), der einige Reviere im Wienerwald über hat, an Wiens Forstdirektor Andreas Januskovecz sorgte für Aufruhr in der Jägerschaft.

Seidler machte seinem Unmut darüber Luft, dass Wien Wildschweine quasi nach Niederösterreich exportieren würde.

Der Hintergrund: Zumindest die Teile der Bundeshauptstadt, die an den Wienerwald angrenzen, erleben zur Zeit eine massive Wildschweinplage. Rasch machte das Gerücht die Runde, dass die Wildschweine nicht abgeschossen werden, weil dies in der Nähe von Häusern und Siedlungsgebieten ein gefährliches Unterfangen ist, sondern lediglich eingefangen und auf niederösterreichischer Seite des Wienerwaldes wieder freigelassen werden.

"Ich verstehe die Aufregung"

Biosphärenpark-Direktor Andreas Weiß ist über diese „Praxis“ nichts bekannt. Bezirksjägermeister Johannes Unterhalser aus Biedermannsdorf versuchte, die Wogen zu glätten und versicherte, dass „die Wiener Wildschweine nicht im niederösterreichischen Teil des Wienerwaldes ausgesetzt werden. Ich habe sehr lange mit Gerald Seidler und mit Forstdirektor Januskovecz telefoniert. Ich verstehe die Aufregung, zumal es auch in Breitenfurt, Wienerwald und Grub genügend Wildschweine gibt. Allerdings ist es Unsinn, dass die Schweine von Wien zu uns gebracht worden sind. Mir wurde versichert, dass sie in den Lainzer Tiergarten gebracht wurden.“

Zudem gebe es auch keine rechtliche Basis, um Wildschweine von einem Bundesland ins nächste zu transferieren. Seidler bleibt trotzdem skeptisch und hofft, dass die Angaben der Wahrheit entsprechen. „Es gibt ja mehrere Städte außer Wien, die ein Wildschweinproblem haben, München zum Beispiel. Nur sagt man dort klar, was Sache ist, dass die Schweine gefangen und artgerecht getötet werden. Das ist in Österreich offensichtlich aus den verschiedensten Gründen nicht möglich“, meint Seidler.