Hinterbrühl: Weiterer Supermarkt eingereicht. Nicht alle sind von der Idee einer weiteren BILLA-Filiale begeistert. Bedauern über den Verlust von Grünraum.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 16. April 2021 (04:34)
Auf diesem Grundstück Ecke Johannesstraße/Mannlichergasse soll der neue BILLA-Markt eröffnet werden. 
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„Noch mehr Bodenversiegelung“ oder „ein Markt im Ort genügt“ sind nur einige Argumente, die vorgebracht werden, nachdem bekannt wurde, dass der Rewe-Konzern auf einem Grundstück an der Ecke Johannesstraße/Mannlichergasse einen neuen BILLA-Markt errichten will.

„Hier standen einst Gebäude, die zum Konzentrationlager Hinterbrühl gehörten, Soldatenunterkünfte und Verpflegungsbaracken, das haben historisch Kundige bestätigt, die Mauern sind noch zu sehen“, führt die Hinterbrühlerin Linda Holzinger ins Treffen. „Außerdem wächst dort die Adriatische Riemenzunge, eine gefährdete und seltene Orchideenart.“

Die Unabhängige Bürgerliste verweist auf eine von ihr gemachte Umfrage, wonach die Bürger die Anzahl der vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten für ausreichend halten. Ferdinand Szuppin, Bürgerliste, befürchtet, dass der BILLA im Ort in Zukunft doch geschlossen wird: „Das muss man im Auge behalten, ebenso, was mit der Post weiter geschieht. Ich schlage eine eigene Postabholstation vor, eine automatisierte Variante wie es sie in Laxenburg gibt, das käme unserer Bevölkerung sicher sehr gut entgegen.“

Ortschef Erich Moser, ÖVP, bestätigt, dass ein Genehmigungsverfahren im Gange ist: „Das Ganze ist eine gewerberechtliche Situation und wird von der Bezirkshauptmannschaft abgehandelt.“

Standort im Zentrum soll erhalten bleiben

Seine Gespräche mit BILLA gingen in die Richtung, dass der Markt im Ort renoviert wird, man sei auch hinsichtlich der Übernahme einer Postpartnerschaft in Verbindung mit der Post. „Ich habe den Eindruck, dass alle guten Willens sind, diesbezüglich eine Lösung zu finden“, erläutert Moser. Es handle sich in der Johannesstraße um ein Privatgrundstück, das seit rund 40 Jahren als Bauland gewidmet sei und wo kein Denkmalschutz besteht.

„Hätten wir es als Bauland umgewidmet, würde ich mir Vorwürfe machen“, betont Moser, „aber BILLA ist auch dabei, Lösungen auszuarbeiten, die dem ganzen Ort nützen. Die neue Filiale soll gefällig in die Umgebung passen und begrünt werden, die im Ort soll modernisiert werden, allerdings erst, wenn die neue fertig ist. Was ich verstehe, denn zwei Baustellen gleichzeitig will man sich natürlich nicht antun.“

Über die genauen Pläne hält sich der Rewe-Konzerns noch bedeckt: „Das Projekt wurde vor ein paar Wochen eingereicht, aufgrund der frühen Phase ist es uns zum gegebenen Zeitpunkt leider nicht möglich, weitere Details bekannt zu geben.“