Pilzbefall: Eschen sterben aus. Der Schlosspark wird gerade durchforstet. Der Grund: Das Falsche weiße Stengelbecherchen macht den Eschen den Garaus.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 22. Februar 2019 (04:54)
Jandrinitsch
Diese Esche, gefällt von Schlosspark-Mitarbeiter Franz Heiss, weist am Stammende eine rötlich-braune Verfärbung auf. Die Braunfäule ist eine Krankheit, die dann auftritt, wenn der Baum sowieso schon geschwächt ist - wie eben durch den Pilz, der das Eschentriebsterben verursacht. Schlosspark-Leiter Wolfgang Mastny überzeugt sich vom Fortgang der Arbeiten.

Der Schlosspark wurde dieses Wochenende von sonnenhungrigen Besuchern geradezu gestürmt – und das Mitte Februar. Aber das beliebte Naherholungsgebiet ist zu jeder Jahreszeit einen Spaziergang wert - das weiß auch die Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft mit dem Parkverantwortlichen Wolfgang Mastny an der Spitze.

Die Verantwortung, dass die Besucher ungefährdet durch den Park spazieren können, liegt bei der Betriebsgesellschaft. Diese nimmt ihre Aufgaben gerade jetzt wahr, denn der Pilz, der das Eschentriebsterben verursacht, hat den Schlosspark längst erreicht. Bevor die Bäume austreiben und im Saft stehen, ist die ideale Zeit, um Forstarbeiten durchzuführen.

Deshalb sind die Motorsägen im Park unüberhörbar. Gefällt werden vor allem Eschen, eine Baumart, die zu den häufigsten Vertretern im Schlosspark zählt.

"Der Pilz wurde aus Asien zu uns eingeschleppt"

Gerade stürzt ein Baumriese zu Boden. Mastny schätzt das Alter der Esche auf 150 Jahre. „Der Pilz, der die Eschen befällt, wurde aus Asien zu uns eingeschleppt“, erklärt Mastny.

„Die meisten Eschen sind gegen das Falsche weiße Stengelbecherchen nicht resistent, werden schwach und sterben schließlich ab. Es gibt auch kein Gegenmittel, um die Eschen vor diesem Pilz zu schützen oder zu retten“, hält Mastny fest.

Der globale Warentransport hat eben auch seine Schattenseiten. Was Mastny nicht versteht, ist, dass beim Import von Pflanzen nicht strenger auf Schädlinge geachtet wird. „Ich habe zu Testzwecken eine Gärtnerei in Niedersachsen besucht und mir Pflanzen nach Laxenburg schicken lassen. Das funktioniert problemlos, es weiß aber kein Mensch, ob die Pflanzen hinsichtlich Pilzen, Bakterien oder Viren in Ordnung sind“, meint Mastny.

Es könne auch niemand sagen, ob die Eschen den Pilz nicht doch auch überwinden könnten. „Wir sehen den Schlosspark auf Generationen hin, nicht nur auf ein paar Jahre. Wir hoffen, dass wir jetzt die geeigneten Bäume auswählen, die anstelle der Eschen nachgepflanzt werden“, betont Mastny.

Die gefällten Eschen werden als Biomasse zum großen Teil von der EVN wiederverwertet.