Diagnosezentrum Mödling: Ärger über Maskenpflicht. Diagnosezentrum akzeptiert nur chefärztliche Bestätigung für Behandlung ohne Maske.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 11. Oktober 2020 (04:34)
Das Diagnosezentrum Mödling hält sich bei den Maskenbestimmungen an die gesetzlichen Vorgaben.
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Verärgert wandte sich eine langjährige Patientin des Diagnosezentrums Mödling an die NÖN. „Ich bin schon viele Jahre Patientin im Diagnosezentrum. Jetzt sollte ich wieder meine Schilddrüse überprüfen lassen, eine Szintografie, das ganze Paket. Ich habe das Attest von meinem Hals-Nasen-OhrenArzt, dass ich den Mund-Nasenschutz nicht tragen muss, aber im Zentrum verweigert man mir eine Untersuchung ohne Maske. Das halte ich für eine Frechheit. Anscheinend ist Corona wichtiger als alles andere, Patienten mit anderen Erkrankungen bleiben auf der Strecke“, erklärt die Frau, die extra von Wiener Neustadt nach Mödling ins Diagnosezentrum fährt.

Die Maskenbefreiung habe ihr HNO-Arzt aufgrund der Tatsache ausgestellt, „da ich einen schlimmen Brechreiz bekomme, wenn ich die Maske trage. Ich halte das einfach nicht aus“, sagt die Frau.

Besucher haben Schutz zu tragen

Diese Vorwürfe will der ärztliche Leiter des Diagnosezentrums Mödling, Thomas Mader, nicht einfach so hinnehmen. Er erklärt: „Durch die gesetzliche Novelle vom 21. September 2020 ist klar und unmissverständlich geregelt, dass Besucher von Krankenanstalten einen Mund-Nasenschutz zu tragen haben. Die Verantwortung liegt also nicht bei der Ärzteschaft, sondern beim Gesetzgeber.“

Der Radiologe fährt weiter fort: „Sowohl während des Lockdowns, aber auch in der derzeit angespannten Situation, sind wir bemüht, den Versorgungsauftrag unter widrigen Verhältnissen aufrecht zu erhalten. Der Vorwurf, ‚alle Untersuchungen würden nur wegen Corona verschoben werden‘‚ geht an der Realität völlig vorbei. Unser Hygienekonzept sieht – neben vielen anderen Maßnahmen – sowohl den ausnahmslosen Mund-Nasenschutz für Patienten, als auch FFP2- Masken für Mitarbeiter vor.“ Es sei den anderen Patienten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentrums keinesfalls zuzumuten, sich permanent einem erhöhten Infektionsrisiko- und damit einer Gefährdung des medizinischen Betriebs durch nicht geschützte Besucher auszusetzen.

Der Mediziner fügt aber hinzu: „Natürlich sind wir um Lösungen für spezielle Einzelfälle bemüht. Im Hinblick auf die gesetzliche Verordnung müsste aber zumindest eine amtsärztliche Bescheinigung zur Ausnahme von der Maskenpflicht vorliegen und die oder der Patient würden unter speziellen Vorkehrungen isoliert am Tagesrand versorgt werden.“