10-Jahres-Bilanz: Müll wird dank der Sonne „zerlegt“. Während andere Gemeinden erst den Testbetrieb starten, kann Mödling schon eine BigBelly-Erfolgsbilanz vorweisen.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 20. Juli 2019 (04:19)
Garaus
Stadträtin Franziska Olischer und Wirtschaftshof-Leiter Yves Mattis vor einem BigBelly, der seit zehn Jahren in Mödling Garant für die umweltfreundliche Entsorgung ist.

Wiener Neustadt testet derzeit ein Entsorgungs-System: „BigBelly“-Mülleimer, der mittels einer integrierten Presse den Müll komprimiert – angetrieben durch Solarstrom, den ein integriertes Photovoltaik-Panel erzeugt.

Mödlings Abfall-Stadträtin Franziska Olischer, VP, ist erstaunt und erfreut zugleich. „Das zeigt einmal mehr, dass wir auch in diesem Bereich eine Vorreiterrolle übernommen haben. BigBelly gibt’s in Mödling schon seit zehn Jahren.“

Am Bahnhofplatz (Bahnhof) 2009 wurde damals der erste umweltfreundliche Mülleimer (Stückpreis etwa 6.000 Euro) installiert, aktuell sind insgesamt sieben derartige Behälter im Einsatz: Wiener Straße, Schürff-Gasse (PTS/Sporthalle), Hauptstraße bei der Raiffeisen Regionalbank Mödling, Kaiserin Elisabeth-Straße und zwei am Bahnhofsareal.

Automatische Meldung, wenn Behälter voll ist

Die BigBelly-Vorteile liegen laut Olischer auf der Hand: „Ein Modul meldet dem Wirtschaftshof, sobald die Presse voll ist. Dadurch können wir ganz gezielt entleeren und vermeiden Leerfahrten, was wiederum CO -Emissionen und Feinstaub verringert.“ Die Müllpresse selbst benötige für den Betrieb lediglich eine Sonnenstunde pro Monat, die Seitenfronten können als Werbeflächen genutzt werden.

Die in den zehn Jahren gesammelten Erfahrungswerte machen deutlich: „Die Verschmutzung im nahen Umfeld ist selbst an stark frequentierten Plätzen sehr gering“, erzählt Olischer: „Und der BigBelly ist gegen Vandalenakte resistent.“

Damit nicht genug, setzt die Stadtgemeinde Mödling ebenfalls seit zehn Jahren auf Unterflur-Müllbehälter. Auch von dieser Variante gibt es aktuell sieben Stück (Preis: je 2.000 Euro) Unterflur-Müllbehälter: Vier im Bereich der HTL, einer bei der EuropaSportMittelschule im Museumspark, einer in der Hauptstraße (Hofer) und einer am Freiheitsplatz. Auch bei den Unterflur-Behältern würden die Vorteile überwiegen, betont Olischer. „Zu sehen sind nur die schlanken Einwurf-Säulen aus Edelstahl. Durch die Erdkühlung erfolgt auch keine Geruchsbelästigung.“