Arbeiterkammer-Bilanz mit 8.000 Beratungen. Die Bezirksgeschäftsstelle hat im Vorjahr nicht weniger als 5 Millionen Euro für Arbeitnehmer erkämpft.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 07. März 2019 (04:42)
Dworak
Bezirksstellenleiterin Susanna Stangl mit AKNÖ-Vizepräsident Horst Pammer.

Vor 28 Jahren haben die Experten der Arbeiterkammer begonnen, die Arbeitnehmer nicht nur in Sachen Rechtsschutz zu beraten, sondern auch vor Gericht zu vertreten. „Wir haben damals geglaubt, wir können dadurch die Arbeitgeber erziehen“, mit den Mitarbeitern entsprechend den gesetzlichen Vorgaben umzugehen, erinnerte sich AKNÖ-Vizepräsident Horst Pammer. Fehlanzeige: „Wir haben im Vorjahr niederösterreichweit 66 Millionen Euro erstritten, 13 Prozent mehr als 2017“, machte er deutlich.

Unter anderem verwies Bezirksstellenleiterin Susanna Stangl auf einen (Bezirks-)Fall aus der Hotelerie. Eine Hotelangestellte, die de facto als Mädchen für alles eingesetzt worden war, wurde schwanger: „Das freut Dienstnehmer nicht immer“, weiß Stangl. Auch in diesem Fall nicht, denn die junge Frau musste wegen Problemen zu Beginn der Schwangerschaft öfters in den Krankenstand gehen. Das veranlasste den Arbeitgeber zu einer Änderung des Dienstvertrages; bezahlt wurden nur mehr die tatsächlich geleisteten Stunden.

"5 Millionen Euro für Arbeitnehmer erstritten"

„Der Versuch, sich um die Entgeltfortzahlung im Krankenstand zu drücken, war nicht das einzige Problem“, schilderte Stangl, Stunden wurden falsch abgerechnet, Mittagspausen, die nie konsumiert wurden, abgezogen, das aliquote Urlaubs- und Weihnachtsgeld fehlte. Ende gut, alles gut: „Wir haben für die junge Frau bei ihrem Arbeitgeber interveniert. Er war einsichtig und bezahlte die offenen Ansprüche nach – rund 1.100 Euro“, betonte die Bezirksstellenleiterin. „Insgesamt haben wir im Vorjahr mehr als 5 Millionen Euro für Arbeitnehmer der Region erstritten. Das umfasst sowohl die Steuerrückholaktion als auch den Konsumentenschutz. Den größten Brocken macht naturgemäß unsere Hilfe bei Problemen am Arbeitsplatz oder in sozialrechtlichen Fragen aus.“

Die Bezirksstelle Mödling habe auch 2018 ihre Wertigkeit als regionale Anlaufstelle unter Beweis gestellt, merkte Pammer an: Über 8.000 Menschen haben sich mit Anliegen an die Experten der Bezirksstelle gewandt. Nicht umsonst wird es neben dem Konsumentenschutz in Mödling nun auch einen Mieten- (jeden zweiten Donnerstag im Monat) und Pflege-Schwerpunkt geben. „Wir erkennen da den Bedarf und versuchen, unsere Kompetenz zu verdichten“, ergänzte Pammer.