Eigene Zone für die Raucher in der Innenstadt geplant. Gastronomen ziehen an einem Strang und wollen Abendpublikum stärker ansprechen. Chillout Freitag als Startschuss.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 14. August 2019 (04:21)
Garaus
Lässige Lounge-Musik sorgt jetzt jeden Freitag im August von 17 bis 21 Uhr für die passende Chillout-Atmosphäre. Die Idee dazu stammt vom Verein Stadtmarketing Mödling und von Jugend-Stadtrat Otto Rezac, VP (l.) . Stadtchef Hans Stefan Hintner, Nina Mrazek (M.) vom Citymanagement und Gert Zaunbauer (l.) freuen sich über die gelungene Premiere.

Die Idee, mit diversen Veranstaltungen mehr Leben in die Fußgängerzone und die angrenzenden Gassen zu bringen, stammt von „Tortuga-Pub“-Betreiber Paul Schnecker. Er schaffte es, mehrere Abendgastronomen mit ins Boot zu holen, startete eine Unterschriftenliste und war auch schon mit seinen Plänen auf der Gemeinde bei Bürgermeister Hans Stefan Hintner, VP, vorstellig.

Damit zusammen hängt auch ein anderes Thema, das Schnecker stark beschäftigt: Das geplante allgemeine Rauchverbot, welches ab 1. November in Kraft treten soll. Der Abendgastronom ist überzeugt: „Das Verbot wird mit sich bringen, dass die Gäste, die nach 22 Uhr um zu rauchen vom Lokal auf die Straße wechseln und sich dann vielleicht dabei noch unterhalten, den Unmut so manchen Anrainers auf sich ziehen werden. Deshalb haben wir im Rahmen unseres offenen Briefes an die Gemeinde auch verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, damit das nicht passiert“, erklärt Schnecker.

Die Stadt hat jetzt reagiert. Sie will in bestimmten Gebieten der Innenstadt eigene Raucherzonen anbieten, damit die Wirte die Möglichkeit haben, ihre Gäste darauf hinzuweisen. Bürgermeister Hans Stefan Hintner fügt erklärend hinzu: „Ein Schanigarten ist gebunden an die Betriebsstättengenehmigung des Lokals. Der Wirt haftet für alles, was der Gast dort macht, es gelten die einschlägigen Lärmschutzbestimmungen des Landes Niederösterreich. Die Schanigärtenverordnung in Mödling gilt bis 24 Uhr.“

Lautstärke in Zonen muss angepasst sein

Der Ortschef präzisiert weiter: „Falls sich Anrainer über Raucher vor den Lokalen beschweren, kann der Wirt seine Gäste bitten, zum Rauchen in die Raucherzone zu gehen. Dabei handelt es sich um einen bestimmten Bereich im Freien, wo man rauchen kann. Geplant ist eine solche Raucherzone jetzt einmal in der Fußgängerzone in der Brühler Straße, wo es keine direkten Anrainer gibt.“ Von den Raucherzonen sollen jene Nachtschwärmer profitieren, die in den Nachtstunden, also ab 22 Uhr, unterwegs sind.

Das Ausweichen der Gäste in die Raucherzone sei allerdings keine Verpflichtung, sondern vielmehr eine „Hilfe für den Wirt“, sagt Hintner: „Klar ist auch, dass dort die Lärmentwicklung genauso der Uhrzeit angepasst sein muss und nicht laut gegrölt werden darf.“

Die erste Belebungsmaßnahme ist jedenfalls gelungen: Am Freitag verwandelte sich die Fußgängerzone erstmals in eine After Work Chillout-Zone. Das positive Echo hallt jetzt noch nach.