Neue Herausforderung: Unistudium im Ausland. Stefan Huber hat die HTL in Mödling absolviert. Für sein Studium sucht er aber neue Herausforderungen.

Von Roland Weber. Erstellt am 05. August 2020 (03:22)
Katharina Meyer (Mitte) und Clara Mrkos (r.) studieren bereits im Ausland. Sie unterstützen Stefan Huber (l.) und andere Studenten im Bootcamp, um für den Bewerbungsprozess an einer ausländischen Universität gerüstet zu sein. Unter anderem kann man im Trainingslager probeweise einen Aufnahmetest machen.
Roland Weber

Hinter „project access“ steckt eine internationale und ehrenamtliche Organisation, die mittlerweile auch in Österreich ihre Zelte aufgeschlagen hat und seit drei Jahren jungen Menschen hilft, ihren Traum von einem Studium im Ausland zu verwirklichen. Auch Stefan Huber aus Pottendorf, Bezirk Baden, der in Mödling die HTL vor einem Jahr erfolgreich abschloss, wandte sich an die Organisation.

„Ich wollte ursprünglich Biochemie und Computerwissenschaften studieren. Diese Kombi gab es aber in Österreich nicht. Ich habe mich dann nach Alternativen umgesehen und so kam es zu meiner Entscheidung, in Maastricht zu studieren.“

Etwa ein Jahr vorher startet der Bewerbungsprozess. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von „project access“ unterstützen die Kandidaten in einem sogenannten „Bootcamp“ (Trainingslager) mit ihrem Know-how. Eine von diesen Mitarbeiterinnen ist die Badener Studentin Katharina Meyer, die selbst in England studiert. „Wir zeigen, wie ein Bewerbungsschreiben inhaltlich richtig formuliert wird und Kandidatinnen und Kandidaten können die Aufnahmetests probeweise absolvieren, um festzustellen, ob sie schon genug können oder wo noch etwas fehlt“ erzählt sie im NÖNGespräch. Wer glaubt, dass das Studium im Ausland nur für Kinder reicher Eltern möglich ist, der irrt.

„Unsere Organisation spricht bewusst junge Leute an, die nicht aus begüterten Familien sind. Und wir wollen jenen Mut machen, die aufgrund der familiären Situation oder ihrem Wohnort am Land gar nicht auf die Idee kommen, den Schritt ins Ausland zu wagen“, erzählt Meyer. Jährlich bewerben sich über die Organisation 70 bis 80 Studierende für das Trainingslager. Rund die Hälfte von ihnen wird genommen und kann ihre Bewerbung mithilfe der Organisation in die Wege leiten. „Project access“ wünscht sich, dass man junge Menschen bereits in der Schule motiviert, sich über ein Auslandsstudium zu informieren und die Bewerbungen zu unterstützen. Stefan Huber hatte in der HTL damit Glück. „Aus meiner Abteilung sind einige dabei, die ein Studium im Ausland anstreben.“