Starke Frau beim Internationalen Frauentag gekürt. Mehrere Schwerpunkte wurden im Stadttheater gesetzt: Ausstellung, Ehrung und Filmvorführung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 22. März 2019 (04:28)
Schlechta
Irene Wedl-Kogler mit Roswitha Zieger, Silvia Drechsler und Stadtchef Hans Stefan Hintner.

2002 hat die damalige SP-Sozialstadträtin Christine Haager einen „Frauentag“ organisiert. Im Mittelpunkt standen Mödlinger Frauen, die sich in frauen-untypischen Berufsfeldern etabliert hatten.

Diese Tradition wird seitdem hochgehalten. Organisiert durch den Frauenbeirat mit Vorsitzender Silvia Drechsler, SPÖ, und dem Sozialreferat mit Stadträtin Roswitha Zieger, ÖVP, setzte man anlässlich des internationalen Frauentages im Stadttheater „weibliche“ Schwerpunkte.

Künstlerin Elisabeth Bunka-Peklar stellte im Foyer Frauenporträts aus, in Kooperation mit dem Verein „capitolino“ gab’s den Film „Die göttliche Ordnung“ zu sehen – und die Mödlinger Unternehmerin Irene Wedl-Kogler wurde zur „Starken Frau“ gekürt.

Eine Frau steht ihren Mann

Als Firmenchefin des „Kogler“-Gerüstbau-Unternehmens hatte sich die Baumeisterin schon früh in einer Männer-Domäne behaupten müssen. Ihre Kompetenz und ihre menschlichen Qualitäten haben sie als Bundes-Innungsmeisterin des Bau-Hilfsgewerbes sogar bis an die Spitze dieser Berufsgruppe geführt.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, zählte in seiner Laudation einige der Vorzüge der Ausgezeichneten auf: „Neben bautechnischen Angelegenheiten ist sie auch als Lkw-Fahrerin und Arbeiterin eingesetzt. Im nicht gerade als zimperlich bekannten Gerüstbau muss sie sich vor allem zu Anfang gegen Vorurteile ihrer ausschließlich männlichen Kollegen behaupten.“

Und sie übernimmt 1989 „hochschwanger und in einer privat schwierigen Situation die Firma. Eine Woche nach der Geburt ihres Sohnes Michael und mithilfe ihrer Mutter, die sie bei der Kinderbetreuung unterstützt, kehrt sie in den Betrieb zurück“, erinnerte sich der Stadtchef.

Neben Beruf und Familie findet Kogler auch noch die Zeit, die Baumeister-Prüfung abzulegen.

All das habe sie „ihrer starken Persönlichkeit zu verdanken: ehrlich, geradeheraus, direkt in der Begegnung mit anderen, kreativ, tatkräftig, temperamentvoll, lebensfroh. Deine Kompetenzen und Persönlichkeit können anderen Menschen als Vorbild dienen und Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen“, lobte Hintner.

Wedl-Kogler bedankte sich vor allem bei ihrer Mutter, „die meine Schwester und mich zu selbstbewussten und selbstbestimmten Frauen erzogen hat“.