Arbeitsgruppen: „G21“ macht Schule. Das Projekt „Gemeinde 21“ will die Ressourcen eines jeden Ortes fördern – auch um der Dorfgemeinschaft Willen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 11. November 2016 (04:21)
Immer auf der Suche nach guten Ideen, wie hier im Bildungscampus Moosburg in Kärnten: der G21-Arbeitskreis Schule.
privat

Die kommende Gemeinderatssitzung wirft ihre Schatten voraus - soll morgen am Donnerstag der Architektenwettbewerb zur Volksschulerweiterung beschlossen werden.

Auch der Bürgerbeteiligungsprozess G21 hat sich des Themas Schulerweiterung angenommen. Doch dem G21-Projektverantwortlichen Roland Wallner geht es um mehr als nur um die Gebäudehülle.

„Durch die Schulerweiterung ist es möglich, eine multifunktionale Schule zu schaffen. Wir wollen Fördermittel lukrieren, um eine Schule zu schaffen, die es so noch nicht gegeben hat“, erklärt Wallner.

"Dann bekommen die Vereine keine jungen Leute mehr"

Ganz klar im Fokus steht dabei die Chance, die Schule mehr in das Dorfleben zu integrieren. Denn was Wallner Sorge bereitet: „Wenn die Schule, die Vereine und die Kirche nicht mehr zusammenkommen, dann bekommen die Vereine über kurz oder lang keine jungen Leute mehr. Ich erachte es daher als sehr wichtig, die Vereine mehr in der Schule zu etablieren.“ Durch die verschränkte Schulform sei es für Eltern und Kinder eher schwierig, nach 16 Uhr noch diverse Vereinsangebote wahrzunehmen. Schon jetzt würde die Schule Sportangebote anbieten - „warum könnte der Anbieter z. B. nicht der örtliche Turnverein sein?“, fragt Wallner. Durch den multifunktionalen Ausbau könne viel entstehen - einfach weil es dann mehr Räume und damit mehr Möglichkeiten gäbe.

Bürgermeister Josef Ehrenberger, SPÖ, gibt zu bedenken, dass „es auch jetzt schon nicht verboten war, in diese Richtung zu denken. Ich wehre mich dagegen, dass man vor der Erweiterung nicht mit einer guten Idee hätte kommen können und sagen, der oder der Verein will in der Schule etwas anbieten“. Ob es jedoch so einfach sei, Frei- und Spielzeiten durch Vereinsaktivitäten zu ersetzen, bezweifelt der Bürgermeister alleine schon wegen gesetzlicher Vorgaben. Der Unterricht und die Themenstellung durch Schüler und Lehrer hat für den Bürgermeister Vorrang: „Natürlich sind alle guten Ideen aller an dem Thema Interessierten in das pädagogische Konzept eingeflossen. Das ist für die Architekten der Input, um auf diese Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen.“