"Himmel" ist hier jetzt schon offen. Jeden Mittwoch treffen sich beherzte Frauen im Pfarrheim - mit Kuchen, Kaffee & Schmäh.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 15. Dezember 2016 (03:57)
40 Jahre Hausfrauenhimmel: Helga Schriffl, Brigitte Sziveli, Helmut Schriffl, Eva Willhalm, Anna Schepan, Ingrid Tritremmel, Irene Bickel, Frieda Kulterer, Brigite Pfaffstadler, Helene Hössinger, Helga Balog.
Judith Jandrinitsch

Der Treffpunkt im Pfarrsaal trägt den bezeichnenden Namen „Hausfrauenhimmel“. Wohl, um darauf hinzuweisen, wie gut es den Frauen hier geht, auch wenn so eigenständige Treffen mitten am Vormittag unter der Woche vor 40 Jahren nicht selbstverständlich waren.

Ein Vormittag pro Woche frei von der Familie

„Wir waren Pionierinnen“, sagt Helga Schriffl und erinnert sich an die Anfangszeit. Das war damals noch was, als sich die Frauen trauten, einen halben Tag alleine wo hinzugehen.“ Und: „Mein Mann war damals als Diakon aktiv, vor Schulbeginn hielt er eine kurze Andacht für die Schülerinnen und Schüler. Dann hatte er die Idee, die Mütter zum Treffen in das Pfarrheim zu bitten“, so die Ehefrau des mittlerweile pensionierten Diakons Helmut Schriffl.

Heute, 40 Jahre später, sind die Damen zu unersetzlichen Unterstützerinnen bei vielen Projekten der Pfarre geworden. Das bestätigt auch Pfarrsekretärin Brigitte Sziveli. „Die Damen verzieren mit Wachsplättchen die kleinen Kerzen, die nach der Osternachtfeier in der Kirche ausgeteilt werden. Und sie helfen auch dem Weihnachtsbasar-Team beim Andrahten der Kerzen, damit diese auf den Adventkränzen befestigt werden können“, schildert Sziveli nur einige der vielfältigen Tätigkeiten der Damen.

Doch beim „Hausfrauenhimmel“ geht es nicht nur um das Basteln. Irene Bickel besucht den Himmel jetzt schon jahrelang und für sie ist klar: „Wir sind ein sozialer Stützpunkt. Im Ort sind schon so viele soziale Stützpunkte weggefallen, wo man einfach hingehen und sich treffen kann, zum Beispiel die kleine Greißlerei.“ Hier könne sich eine jede Besucherin aussprechen und auch neue Gesichter sind herzlich willkommen.

„Am Anfang waren auch ein paar Männer dabei. Doch die sind irgendwann einmal ausgeblieben. Die Frauen sind dem Hausfrauenhimmel treu geblieben“, erzählt Bickel. Eines ist noch ganz wichtig: das Feiern. Denn: Beim Reden und Feiern kommen einfach die Leute zusammen - und bleiben auch.