Flächenwidmung: Streit ums Bauland. Umwidmungen für Bau des Supermarktes nötig. Mehr Grünland im Tausch gegen dichtere Bebauung.

Von Andrea Rogy. Erstellt am 25. März 2019 (03:30)
Handschuh
Ortschef Weber denkt über eine Bausperre für großvolumige Bauten nach.

Der Gemeinderat hat mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP eine Änderung des Flächenwidmungs- und des Bebauungsplans beschlossen. Es geht um ein insgesamt 61 Hektar großes Areal zwischen der Franz Novy-Gasse und der Veltlinerstraße.

Das Feld gehört seit Jahrzehnten einer Bauvereinigung und war bislang als Bauland-Aufschließungsgebiet gewidmet. Ein Streifen des Areals wurde nun quasi als Pufferzone zu bestehenden Wohngebieten von Bauland in Grünland umgewidmet. Im Gegenzug dazu wurde ein Grünlandstreifen in Bauland gewidmet und die Bebauungsdichte am gesamten Areal mit 50 Prozent festgeschrieben – bislang war der größte Teil mit lediglich 40 Prozent bebaubar.

Planungsbüro Siegl
Die betroffene Fläche zwischen Novy-Gasse und Veltlinerstraße.

Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, stellt dazu klar: „Es war unser Ziel, die bestehende Flächenwidmung dahingehend abzuändern, dass einerseits mehr Grünraum geschaffen und gesichert wird und andererseits der Gemeinde keine Kosten gegenüber dem Eigentümer des Baulandes – im Falle einer Rückwidmung- entstehen.“

Mit der Widmungsänderung sei es gelungen, über 11.000 m² Baulandwohngebiet in Grünland umzuwidmen und 6.700 m² als neues Bauland südlich der Veltlinerstraße neu auszuweisen.

Der Leiter des Bauausschusses, Werner Deringer ÖVP, erklärt, dass die Veränderungen in den Widmungen notwendig waren, um den Bau des SPAR-Supermarktes bereits jetzt möglich zu machen. „Die Aufschließungszone musste umgewidmet werden, sonst hätte mit dem Bau erst 2020 begonnen werden können.“

FPÖ reaktiviert die Bürgerinitiative

Als Reaktion auf den Gemeinderatsbeschluss hat die FPÖ die Bürgerinitiative „Lebenswertes Guntramsdorf“ aus dem Jahr 2012 reaktiviert. Orts-Parteichef Christian Höbart fordert eine generelle Bausperre für großvolumige Wohnbauprojekte mit mehr als 10 Wohneinheiten im gesamten Gemeindegebiet – mit Ausnahme bereits laufender Bauprojekte.

Damit ist er auf einer Linie mit dem Bürgermeister, der ebenfalls über eine Bausperre für großvolumige Bauten nachdenkt. „Die Verbauungstendenzen der letzten Jahre sind Grund genug, die Ortsentwicklung auf eine breite, fundierte Basis zu stellen – unter Einbindung der Bevölkerung und externer Experten“, ergänzte Weber.