Bezirk Mödling: Wenig Freude bei Betriebsräten über Quarantäne-Aus

Erstellt am 10. August 2022 | 05:14
Lesezeit: 3 Min
Arbeiten Arbeitsplatz Covid Coronavirus Quarantäne Krank
Symbolbild
Foto: shutterstock.com/Hananeko_Studio
Eindeutige Kommentare: „Eine Frechheit“ bis „Von der Regierung im Stich gelassen“.

Gerhard Smolik ist Betriebsratsvorsitzender bei METRO in Vösendorf. Für ihn ist es „eine Frechheit, dass man überhaupt überlegt hat, die Quarantäne einzustellen. Die Entscheidungsträger aus der Politik sollten sich einmal selbst in den Handel oder in die Gastro stellen, um zu wissen, wie das wirklich ist.“

Speziell im Handel sei die Situation besonders heikel: „Hier kommen wir mit sehr vielen Menschen zusammen, die Kundenfrequenz ist extrem. Wenn einer angesteckt ist, entsteht eine Lawine, die man nicht mehr aufhalten kann.“ Deshalb hat der Krisenstab des Betriebes entschieden, positiv getestete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Hause bleiben zu lassen.

Schutz der Mitarbeiter ist Schutz des Betriebes

Der Schutz der Mitarbeiter komme für Smolik auch den des Betriebes gleich: „Wenn ein Mitarbeiter andere ansteckt und dann viele ausfallen, sind wir nicht mehr verkaufsfähig und müssen zusperren.

Manfred Prokop, ÖGB-Regionalvorsitzender und Betriebsratsvorsitzender der Angestellten bei Koenig & Bauer in Maria Enzersdorf, ist sehr skeptisch: „Ich kann mir vorstellen, dass die Mitarbeiter halb gesund in die Arbeit kommen und andere anstecken. Ich denke auch, dass der Druck auf die Arbeitgeber steigt, eigene Maßnahmen zu setzen. Von der Regierung werden sie da eigentlich im Stich gelassen“, sagt Prokop. Er sieht seine Firma in einer günstigen Position: „Dadurch, dass wir große Montagehallen haben, wo wir viel Abstand halten können, ist die Gefahr nicht so groß.“

„Durch die neuen Rahmenbedingungen ist es wichtig, dass man nur am Arbeitsplatz erscheint, wenn man sich 100 Prozent fit fühlt bzw. 100-prozentig genesen ist“
Stefan Zach

Im EVN-Konzern in Maria Enzersdorf werden „alle Mitarbeitenden ersucht, weiterhin verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen“, erklärt Pressesprecher Stefan Zach, „durch die neuen Rahmenbedingungen ist es wichtig, dass man nur am Arbeitsplatz erscheint, wenn man sich 100 Prozent fit fühlt bzw. 100-prozentig genesen ist“.

Außerdem gilt bei der EVN: „Positiv Getestete mit Symptomen sollen in den Krankenstand gehen; positiv Getestete ohne Symptome bleiben nach Möglichkeit im Homeoffice oder verrichten Alleinarbeit“, betont Zach.