Quarantäne-Regeln nicht eingehalten: „Missverständnis“

Erstellt am 30. Dezember 2020 | 04:39
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Justiz Gericht Symbolbild
Der Mann wird in eine Anstalt eingewiesen
Foto: APA/Webpic
Mehrmalige Polizeikontrollen schlugen fehl: ein junger Mann aus Perchtoldsdorf soll in der Quarantäne Radfahren gewesen sein.

„Ich wusste nicht, was Quarantäne ist“, rechtfertigte ein junger Erwachsener aus Perchtoldsdorf seinen Verstoß gegen die Corona-Regeln. Er habe am 20. August die Hotline angerufen, weil es ihm schlecht ging, wurde für den 24. zum Testen geladen und erhielt am 25. telefonisch die Nachricht, dass er positiv sei. „Die Dame am Telefon hat gesagt, den Bescheid bringt die Polizei.“ Die sei aber nicht gekommen.

Auf den Einwand des Richters, dass man im August wohl wissen müsse, was Quarantäne bedeutet, meinte der Mann, er habe allerdings nicht gewusst, dass man „nicht einmal spazieren gehen darf – so wie im März“. Der Angeklagte erklärte, das Wohnhaus nicht verlassen zu haben und nur einmal in den Keller gegangen zu sein, „um Vorräte zu holen“. Auf dem Weg habe er eine ältere Nachbarin, 86, getroffen und kurz mit ihr gesprochen.

Laut Polizei wurde der Mann am 28. August dreimal bei der Kontrolle nicht angetroffen. „Dabei waren wir im Wohnhaus und haben auch an seine Tür geklopft.“ Die Nachbarin habe den Polizisten gesagt, dass sie ihn im Treppenhaus getroffen habe. Auch telefonische Versuche, ihn zu erreichen, schlugen fehl. Am späteren Nachmittag des 29. August trafen die Beamten den Mann dann an, „er kam uns im Stiegenhaus entgegen und sagte, dass er an diesem Tag in der Perchtoldsdorfer Heide mit dem Rad unterwegs war“. Der Angeklagte erklärte, dass das ein Missverständnis gewesen sei, er habe nur gefragt, ob er Radfahren gehen dürfe.

Und er rechtfertigte sich, am Tag davor zu Hause gewesen zu sein: Er habe geschlafen und so das Läuten und Klopfen nicht gehört.

Der Mann wurde, nicht rechtskräftig, wegen vorsätzlicher Gefährdung zu drei Monaten bedingt verurteilt.