Perchtolsdorf und Brunn hoch im Kurs

Erstellt am 22. Dezember 2010 | 00:00
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
STATISTISCHES / Österreichs Gemeinden mit dem höchsten Zuzug und mit den meisten über 65-Jährigen liegen im Bezirk.

VON CHRISTOPH DWORAK

BEZIRK MÖDLING / Der Zuzug in die Ballungszentren hält weiter an. Das wird in der neuen Publikation „Österreichs Städte in Zahlen 2010“ bestätigt, die von Statistik Austria in Kooperation mit dem Österreichischen Städtebund erstellt wurde. So sind alleine die 72 großen Städte mit 10.000 und mehr Einwohnern zwischen 2001 und 2010 um 7% gewachsen. Den höchsten Bevölkerungszuwachs konnte Brunn am Gebirge mit einem Plus von 17,8% verbuchen, gefolgt von Wörgl (+14,0%) und Graz (+13,7%).

Das Ergebnis ist auch  „zweischneidig“ zu sehen

2009 zählte man in der Bezirksgemeinde 10.842 Einwohner, nun sind es knapp 12.000. Bürgermeister Dr. Andreas Linhart, SPÖ, freut sich über die Beliebtheit der Marktgemeinde, weiß aber auch, dass „der Siedlungsdruck im Süden von Wien sehr hoch ist.“ Die aktuellen Zahlen seien auch „ein bisschen Zufall, da wir heuer sehr viele Wohnbauprojekte abschließen konnten.“ Dennoch: „Man merkt, dass Brunn verkehrsgünstig liegt. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert“, kommt Linhart auch auf die Verkehrsbelastung zu sprechen.

Der Zuzug könne nicht ungehindert weitergehen, betont Linhart im NÖN-Gespräch: „Wenn wir alle Aufschließungszonen freimachen und Baulandressourcen nutzen, kommen wir laut unserem örtlichen Entwicklungskonzept auf 16.000 Einwohner. Das ist aber nicht unser Ziel.“ Man dürfe nicht vergessen, dass „wir dann auch an die Infrastruktur wie Schulen und Kindergärten denken müssten“, ergänzt Linhart.

Struktur der Bevölkerung:  Großgemeinden werden älter

Diese Entwicklung - Zuzug in Ballungszentren - spiegelt sich auch in der Altersstruktur der Bevölkerung der großen Gemeinden wieder. Die meisten über 65-Jährigen leben in der zweitgrößten Marktgemeinde Österreichs (15.000 Einwohner), in Perchtoldsdorf (23,5%), Bruck an der Mur (23,4%) und Baden (23,1%); den höchsten Anteil an der Bevölkerung im Erwerbsalter (zwischen 21 und 65 Jahren) hat Graz (64,6%), beim geringsten Anteil hat erneut Perchtoldsdorf (56,3%) die Nase vorne.

Für Perchtoldsdorfs Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, stellen die Zahlen „nicht wirklich eine Überraschung dar. Es ist nun einmal so, dass sich jüngere Menschen aufgrund der hohen Grundstückspreise kaum das Leben in Perchtoldsdorf leisten können“.

Junges Wohnen soll die  Statistik „überholen“

Dank des erst vor wenigen Tagen gestarteten Projekts „Junges Wohnen“ werde es aber gelingen, zumindest einige jüngere Semester länger im Ort zu halten. Zudem sei man von der Bevölkerungsanzahl her „nach dem Schub in den 60er- und 70er-Jahren gewollt nicht gewachsen“, betonte Schuster. Die aktuellen Erhebungen würden aber auch zeigen, dass „die Lebensqualität bei uns eine hervorragende ist.“

www.statistik.at