Laxenburg

Erstellt am 13. November 2018, 12:18

von Christoph Dworak

Eventbranche formuliert Laxenburger Appell . Die „Austrian-Compliance-Enquete 2018“ für Event- und Tourismus-Management hat es deutlich gemacht: „Die Einbußen beim Event-Package-Verkauf, speziell im VIP-Ticket-Bereich, sind signifikant und bereits existenzbedrohend“, erklärt der Mödlinger Gert Zaunbauer, Obmann der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), und Veranstalter.

Austrian Compliance Enquete

„Niemand von uns will das Anti-Korruptionsgesetz abschaffen“, doch sei nun der Event-Branche der Kragen geplatzt, weil Top-Manager bei Einladungen „immens verunsichert sind, diese anzunehmen“. Damit stehe aber auch „eine ganze Branche unter Generalverdacht, dass sie VIP-Loungen als Brutstätten von Korruption und Packelei zur Verfügung stellt“, ärgert sich Zaunbauer.

Nicht außer Acht zulassen sei die volkswirtschaftliche Komponente des Veranstaltungswesens, ergänzt Zaunbauer. Einer Studie zufolge „trägt unsere Branche knapp 9 Milliarden Euro an Umweg-Rentabilität zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt über 140.000 Mitarbeiter“. Zudem seien Mega-Events im TV ein wesentlicher Image- und Werbeträger im Ausland für den heimischen Tourismus, betonte Erik Kastner, Vorsitzender der Eventnet.Austria.

„Das Korruptionsstrafrechts drängt das Veranstalterwesen buchstäblich in die Ecke“, betont auch Hubert Neuper, der für die Zukunft der Skiflug WM am Kulm schwarzsieht: „Wir Veranstalter sind abhängig von Firmen, die bei uns Karten kaufen und Kunden zu Events einladen. Das geht in der Schweiz und Dänemark, nur bei uns nicht . Allein das Kulm-Event zeigt Österreich 48 Millionen Menschen in aller Welt von der besten Seite und das wird seitens einer neidgetriebenen Gesetzgebung bald zerstört sein“. Die Event-Branche braucht dringend ein alltagstaugliches Compliance-Gesetz. Die Verunsicherung in den Firmen - welche Einladung kann ich annehmen, welche nicht - ist geschäftsschädigend und damit existenzbedrohend geworden“, meint Hermann Wurzenberger, der Schladminger Ski-WM-Profi.

Resultat der Veranstaltung war der „Laxenburger Appell“ mit den Branchen-Forderungen: „Uns geht es darum, aufzuzeigen, was falsch läuft und wo massive Probleme für unserer Branche vorherrschen“, erklärte Zaunbauer.  Die Forderung nach einem Bekenntnis der Regierung zum Erhalt von werbewirksamen Groß-Events als Visitenkarten von Österreich wurde ebenso erhoben wie etwa die Streichung des „Anfütterungs-Paragrafen“ gemäß dänischem und schweizerischen Vorbild und die Konkretisierung des Begriffs „Amtsträger“.