Bezirk Mödling: Ansturm auf Bäder bleibt aus. Abstände werden großteils eingehalten, Umsätze sinken.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 05. August 2020 (05:45)
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Die beliebtesten Badelocations im Bezirk verzeichnen Corona-bedingt durchwegs geringere Auslastungen als im Vorjahr, was sich auch in sinkenden Umsätzen der meisten Buffet-Betreiber niederschlägt. Die Disziplin beim Einhalten der erforderlichen Sicherheitsabstände ist unterschiedlich.

Die Badeteiche in Guntramsdorf verzeichnen starke Rückgänge in ihren Besucherzahlen. Beim Ozean dürfen dieses Jahr maximal 1000 Personen gleichzeitig vor Ort sein, am Windradl Teich beträgt das Limit 700. Beide Anlagen waren heuer auch an schönen Sommertagen nicht annähernd ausgelastet: Letztes Jahr wurden im Schnitt 50 Prozent mehr Besucher registriert.

Die Sicherheitsvorschriften bedingen einen 1,5 Meter Abstand im Eingangsbereich beider Teiche, größere Gruppenansammlungen gilt es zu vermeiden. Die vorhandenen Badestege sind nur für den Weg ins Wasser und zurück bestimmt. Romana Davies, Bereichsleiterin für Bildung und Soziales der Gemeinde erklärt dazu: „Wir haben einen Security Dienst engagiert, der sich um die Einhaltung der Abstandsregeln kümmert.“

Die Gastronomie an beiden Teichen spüre den Rückgang an Besuchern ebenfalls, wobei Davis darauf hinweist: „Die Kantine am Windradl Teich ist trotz der schwierigen Umstände weiterhin gut besucht, da der Betrieb auch außerhalb der Badezeiten offen hat.“

Sabine Paulista, Bademeisterin am Teich in Laxenburg, bestätigt diese Trends: „An schönen Wochenenden haben wir zur Zeit maximal bis zu 600 Besucher, letztes Jahr waren es teilweise an die 2000.“ Daher komme es aber zu keinen Problemen, was größere Gruppenbildungen betrifft. Um die Besucherzahlen besser steuern zu können, stehen dieses Jahr keine Tagestickets zum Verkauf, sondern nur Saison- und Wochentickets. Die Gemeinde hat hierfür ein Kontingent von knapp 1500 Saisonkarten aufgelegt, dieses wird jedoch nicht im vollen Ausmaß beansprucht.

Im ganzen Bezirk setzen die Gemeinden auf Stammkunden und Einheimische, um überfüllte Wiesen und Schwimmbereiche zu vermeiden. Veranstaltungen, wie die jährlichen Beachvolleyball Turniere, werden heuer ausfallen. „Aktivitäten, wo Menschen viel in Kontakt miteinander kommen, können wir uns dieses Jahr einfach nicht leisten“, erklärt Paulista. „Wir setzen stark auf die Eigenverantwortung der Gäste, und alle Stammgäste verhalten sich auch entsprechend.“ Zusätzlich würden alle Sanitäranlagen mehrmals am Tag desinfiziert, um höchste hygienische Standards zu garantieren.

Auf der großen Liegewiese im Mödlinger Stadtbad können die Gäste den Sicherheitsabstand gut einhalten.“ Stadtrat Friedrich Panny, SPÖ

Auch das Stadtbad Mödling kämpft mit den veränderten Umständen.

SPÖ-Stadtrat Friedrich Panny erzählt dazu: „In den vergangenen Jahren besuchten bis zu 1.800 Personen unser Stadtbad, aufgrund der begrenzten Personenanzahl von 840 Besuchern sind es heuer um fast 1.000 weniger, was einen Bilanzvergleich zum Vorjahr fast unmöglich macht.“ Einige Male wurde die maximale Besucherzahl erreicht und einige Gäste mussten weggeschickt werden.

Auch das wechselhaft Juli-Wetter spielte dem Mödlinger Stadtbad nicht wirklich in die Karten. Der vorgegebene „Babyelefantenabstand“ könne jedoch sehr gut eingehalten werden. „Die große Liegewiese ermöglicht es den Besuchern, sich sehr großzügig auszubreiten. Auch unsere Liegen auf dem Betonplatz sind in großem Abstand zueinander aufgestellt“, meint Panny.

In den Becken des Stadtbades „wird sehr genau darauf geachtet, wie viele Personen in den Becken sind. Einige Male ist es schon vorgekommen, dass Badegäste warten mussten, bis andere Personen das Becken verlassen.“ Im Buffetbereich des Bades wären die Gäste „sehr rücksichtsvoll und halten sich an die Abstandsregel.“

Anders ist das in Perchtoldsdorf. Abteilungsleiter Andreas Mayerhofer zeigt sich sehr enttäuscht von den Badegästen: „Wir haben keine begrenzte Gästezahl mehr, aber die Leute halten sich fast nie an die Abstandsregeln. Die Besucher müssen andauernd darauf hingewiesen werden, sich zu bemühen, den Abstand zu halten.“ Mayerhofer spricht von einem Verlust von bis zu 60 Prozent in dieser Badesaison, der teilweise auch auf die späte Eröffnung des Schwimmbades zurückzuführen sei. Auch im Schwimmbad-Buffet sei der Rückgang merkbar.

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