Mödling

Erstellt am 17. Mai 2018, 02:58

von Gaby Schätzle-Edelbauer

Kulturreferat: Gedenken an 1938. Stadt Mödling plant anlässlich der Ereignisse des Jahres 1938 zahlreiche Events, Lesungen, Konzerte und Klanginstallationen.

Kulturstadtrat Stephan Schimanowa, SPÖ, beim Denkmal, das an die alte Synagoge erinnert.  |  Schätzle

„Bei unseren Aktivitäten zum Gedenken an den November 1938 geht es nicht nur um Erinnerung, sondern auch um das Bewusstsein, dass Krieg und Nationalsozialismus eine Gefährdung darstellen, die immer aktuell bleibt“, erläutert Kulturstadtrat Stephan Schimanowa die Aktionen, die seitens des Kulturreferates im Herbst geplant sind, „wir müssen uns daher permanent mit unserer Geschichte konfrontieren, denn nur so werden aus dieser lernen können.“

"Fix eingeplant ist bereits eine szenische Lesung"

Unter dem Motto „1918 – 1938 – 2018“ sollen schwerpunktmäßig im Herbst verschieden Veranstaltungen an die Ereignisse des Jahres 1938 erinnern. „Fix eingeplant ist bereits eine szenische Lesung mit Musik: „Adressat unbekannt“ mit Klaus Braun und Florin Mittermayr im Festsaal der Musikschule“, erläutert Schimanowa. Es handelt sich dabei um einen Briefroman aus dem Jahr 1938 von Kressmann Taylor, der das dramatische Ende einer Freundschaft zweier deutsch-amerikanischer Geschäftsleute zu Beginn der NS-Herrschaft beschreibt.

Der Verein „Vielzeitig“ wird sich an fünf Stationen im Stadtgebiet in Form von Klanginstallationen und Lesungen den Ereignissen in Mödling widmen. Im Anschluss an eine Kranzniederlegung beim Denkmal der ehemaligen Synagoge gestaltet Rupert Bergmann Bassbariton/Rezitation ein Konzert, bei dem Werke von Ernst Krenek, Viktor Ullmann und Arnold Schönberg gespielt werden. Krenek galt unter den Nazis als „entartet“ und als „Kulturbolschewist“, er überlebte wie Schönberg im Exil. Ullmann schrieb das „Cornet-Melodram“ im KZ Theresienstadt, wo er inhaftiert war und 1944 dort starb. Schimanowa zu den anderen Aktivitäten: „Darüber hinaus ist eine Ausstellung im Bunker angedacht und die Verfilmung des berühmten Stückes des Mödlinger Schriftstellers und Dramatikers Franz Theodor Csokor „3. November 1918“ wird präsentiert.“