Die Welt von Utopia in Mödling. In 21 Stationen präsentiert Regisseur Bruno Max einen Ausflug durch die bizarrsten Zukunftsvisionen.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 05. August 2020 (04:55)
Bruno Max und Markus Ganser (Ausstattung) bereiten sich auf die kommende Bunker-Saison vor.
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Mit einem ausgeklügelten Sicherheitssystem ausgerüstet, erwartet der Bunker heuer das Publikum.

„Jeder Besucher wird von uns mit einer Maske ausgerüstet, das Ganze wird spielerisch in den Handlungsstrang integriert“, macht Intendant und Regisseur Bruno Max auf sein „Utopia - Schöne neue Welt(en)“ neugierig. Die Gruppengröße wurde von 20 auf 16 reduziert, „es sind nie mehr als 100 Leute im Bunker.“ Dieser Mehraufwand in Sachen Sicherheit hat sich Max rund 15.000 Euro mehr kosten lassen, allein die Masken schlagen mit 5.000 Euro zu Buche, „alle Leitungen sind neu, es sind weitere Brandabschnitte dazugekommen und wir haben sogar alle Schauspieler auf Corona testen lassen.“

Bruno Max in der Konditionierungsanstalt.
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Somit steht einem entspannten Ausflug in die utopische Welt des Bunkers nichts mehr im Wege. Aldous Huxley empfängt gleich zu Beginn in der „schönen neuen Welt“. Über 21 Stationen bekommt der Besucher Einblick in verschiedenste Zukunftsvisionen: So besucht er eine Konditionierungsanstalt, blickt in den Unendlichkeitsspiegel, trifft in der Bar der überholten Utopisten unter anderem Bertha von Suttner und Lenin, einer umweltzerstörerischen Vision folgt eine ökologische Guerilla-Utopie mitten im Dschungel-Ambiente.

Ein tanzendes Mickey- und Minnie-Mouse-Pärchen leiten zu Walt Disneys experimenteller Stadt der Zukunft über. Statt einer Prognose über den Verlauf der Corona-Krise hält ein deutscher Zukunftsforscher Rückschau auf Dieselbe.

Die kosmistischen, kommunistischen Kosmonauten lassen mit dem Ruf „Nieder mit der Schwerkraft, es lebe der Kosmismus“ aufhorchen.

Die utopistischen Prophezeiungen des „Hellsehers“ Erik Jan Hanussens kommentiert Bruno Max mit einem „mehr daneben kann man nicht hauen“.

Nach einem Text von Mary Shelley kann sich der Zuschauer in der nächsten Szene bei einer Hausfrau praktische Tipps für den Fall einer Zombie-Invasion holen. Letztlich statten die Besucher noch dem Friedhof der Androiden einen Besuch ab.

„Das Konzept ist fertig, jetzt muss nur noch geprobt werden“, hat Max sein „Just in time“-Projekt im Griff.

Mit dem Vorverkauf ist er nicht unzufrieden, „80 Prozent sind verkauft, es gibt also noch Karten.“