Das Hotelprojekt in Laxenburg steht vor dem Aus. Bezirksrichter muss über zwei konträre Ansichten in der Causa entscheiden.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 14. April 2021 (02:55)
Die Baufirmen seien aufgrund wenig freundlicher Zurufe der Gemeinde wieder abgezogen.
privat

Bernd Pagel und Ufuk Bozkurt sind die Geschäftsführer der „Q135 Projeccts & Development Laxenburg GmbH“, jene Gesellschaft, die das Hotelprojekt in der Guntramsdorfer Straße 4 verwirklichen will: „Immer noch“, wie die beiden betonen.

Die Schilderungen der Geschäftsführer, warum das Hotel bis jetzt nicht steht, widersprechen diametral der Darstellung der Gemeinde. Fix ist nur: Aufgrund der „Auffassungsunterschiede“, wie es Bürgermeister David Berl, ÖVP, nennt, ist am Donnerstag, 15. April, der erste Gerichtstermin anberaumt.

Pagel und Bozkurt meldeten sich aus Berlin bei der NÖN, wo die „Q135“ ihren Sitz hat. Auslöser war ein Bericht in der NÖN, zu dem Pagel und Bozkurt nicht erreicht werden konnten. Sie erklären: „Was zur ersten Irritation im August 2020 führte, waren diverse Gespräche mit der Gemeindeführung, die das Grundstück zurückkaufen wollte. Die Summe, die die Gemeinde letztendlich bot, lag immer noch unter der Hälfte der tatsächlichen Kosten, und wir mussten das Angebot in der vorbestimmten Annahmefrist – das war der 10. Oktober 2020 – ablehnen.“
Am 27. September des Vorjahres habe man die Bauarbeiten wieder aufgenommen, als die Gemeinde am 19. Oktober 2020 plötzlich den Rücktritt vom Kaufvertrag bekannt gab. Dieser Schritt sei laut „Q135“ „absurd und auch nicht rechtens, weil wir in der vereinbarten Zeit mit den Bauarbeiten begonnen haben“, meinen die beiden Geschäftsführer.

Im Vertrag ist vereinbart, dass das Wiederkaufsrecht der Gemeinde dann schlagend wird, wenn innerhalb einer bestimmten Frist eben nicht mit der Hotelerrichtung begonnen wird. So seien Bodenuntersuchungen, geo-technische Untersuchungen, Vermessungen, das Einmessen der Bodenplatte, statistische Berechnungen und vieles mehr durchgeführt worden.

Als dann tatsächlich die Baufirmen tätig wurden, seien diese von Mitarbeitern der Marktgemeinde so lange verunsichert worden, bis die Baustelle eingestellt wurde. „Am 28. Oktober ist uns mitgeteilt worden, dass die Gemeinde ihr Wiederkaufsrecht, das unserer Meinung nach längst erloschen war, wahrnehmen wird, und das Grundstück zurückfordert“, sagen Pagel und Bozkurt.

Bürgermeister David Berl hat „unsere Sicht der Dinge bereits dargelegt. Es gibt vertragliche Vereinbarungen, die unserer Meinung nach nicht eingehalten wurden. Am Ende des Tages wird der Richter entscheiden“.