Bezirk Mödling: Impf-Apell geht an die Risikogruppen. Sowohl Ärzte als auch Apotheker empfehlen Impfungen gegen die Influenza für Menschen mit Vorerkrankungen und Alter 60+.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 23. September 2020 (05:45)
Gratis-Impfstoff für Mödlinger Seniorinnen und Senioren: Apotheker Robert Zika mit Gemeinderat Andreas Stock, NEOS, und Sozialstadträtin Roswitha Zieger, ÖVP.
Boeger

„Gerade in diesen schwierigen Zeiten haben wir uns als Stadtgemeinde Mödling entschlossen, mit einer kostenlosen Grippe-Impfaktion für Menschen über 65 Jahren die Gesundheit unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ganz besonders zu schützen“, betont Mödlings Gesundheits-Stadträtin Roswitha Zieger. Mödling hat jedenfalls „1.800 Gutscheine angekauft, mit denen in einer der vier Mödlinger Stadtapotheken eine Impf-Dosis des Serums gratis ausgegeben wird.“

Voraussetzung laut Zieger sei, dass die Antragsteller das 65. Lebensjahr erreicht haben und in der Stadt Mödling ihren Hauptwohnsitz haben.

Auch in Maria Enzersdorf stellt die Gemeinde Gratis-Impfstoff zur Verfügung.

Für Barbara Dinstl, Konzessionärin der „Bären Apotheke“ eine „vorbildliche Aktion. Sich gegen Influenza impfen zu lassen, ist ein wichtiger Vorsorge-Baustein, um gesund durch den Winter zu kommen“. Der Influenza-Impfstoff „ist heuer am Weltmarkt heiß umkämpft und wird uns voraussichtlich in Tranchen ausgeliefert“, berichtet die Apothekerin. „Aus derzeitiger Sicht genug für all unsere Patienten, nur nicht gleich im Oktober. Uns ist es aber gelungen, noch Nachbestellungen zu platzieren.“ Die Apotheke in Biedermannsdorf sieht sich für die kommende Grippesaison gerüstet. Die hier arbeitende Pharmazeutin Julia Kolb berichtet: „Wir haben bereits im Frühjahr die notwendigen Impfstoffe für den kommenden Winter bestellt, die dreifache Menge im Vergleich zum Vorjahr.“

Für alle Personen über 60 Jahren biete die Gemeinde Gratis-Impfungen an. Die Nachfrage ist jedenfalls schon spürbar, wie Kolb bestätigen kann. „Wir haben eine lange Liste von Voranmeldungen, das Interesse ist dieses Jahr deutlich höher.“

Zudem plädiert die Pharmazeutin für das „Schweizer Modell“, wodurch es auch für Apotheker möglich sein soll, Impfungen durchzuführen, um die zuständigen Ärzte und Ärztinnen zu entlasten.

Impfen soll den Ärzten vorbehalten bleiben

Dem hält Bezirksärztesprecher Peter Fuhrich entgegen: „Impfen ist eine medizinische Tätigkeit und für uns Ärzte keine Belastung. Dann plädiere ich dafür, dass Ärzte das Dispensrecht erhalten und im Sinne eines One-Stop-Shops auch Medikamente und medizinische Produkte verkaufen dürfen“, siehe auch Rubrik „Im Gespräch“.

Für eine Grippeimpfung bei Risikogruppen und älteren Menschen spricht sich Angelika Kofler, Schulärztin in den Mödlinger Gymnasien Bach- und Keimgassse, aus. „Es ist sicher eine individuelle Entscheidung, Risikogruppen und Älteren würde ich eine Impfung empfehlen.“

Ins selbe Horn stößt Wiener Neudorfs Gemeindeärztin Elisabeth Stadter: „Ich empfehle allen Patienten die Grippeimpfung, besonders aber Älteren ab dem 60. Lebensjahr, chronisch kranken Personen mit Risikofaktoren, die im Kinderbetreuungseinrichtungen arbeiten, sowie Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind.“

Die Impfbereitschaft der Wr. Neudorfer sei jedenfalls sehr gut. Den Verantwortlichen des SOS-Kinderdorfs Hinterbrühl ist es ein großes Anliegen, dass alle Kinder und Mitarbeiter geimpft werden. Sprecherin Susanne Schönmayr erklärt: „Unsere Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich im SOS-Kinderdorf von einer Betriebsärztin gegen Influenza impfen zu lassen.“

Perchtoldsdorfs „Beatrix-Heim“-Direktorin Marilies Panzenböck und Heimärztin Dagmar Fedra-Machacek freuen sich, „durch intensive Bewerbung“ eine Durchimpfungsrate von über 80 Prozent erreicht zu haben. Mit der Folge, dass „es bisher kaum echte Grippefälle gab“. Bezahlt wurde der Impfstoff von den Beziehern, geimpft wurde gratis.

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